Alejandro Valverde gewinnt Lüttich-Bastogne-Lüttich

Das Radrennen Lüttich-Bastogne-Lüttich bildet traditionell den Abschluss der langen Reihe Frühjahrsklassiker für Radprofis einer jeden Saison. Und, dieses Rennen ist der schwerste Klassiker dieser Reihe. In diesem Jahr fielen die schweren Anstiege in der Ardennenortschaft Stavelot wegen Straßenarbeiten weg und wurden durch drei Berge rund um Malmedy ersetzt. Diese Anstiege hatten es in sich. Doch das Finale blieb klassisch und wie gewohnt…. mit Alejandro Valverde (Foto) als Sieger.

258 km quer durch die Ardennen von Lüttich aus in Richtung Bastogne in der Provinz Luxemburg und wieder zurück an die Maas. Das ist das Rezept von Lüttich-Bastogne-Lüttich, auch la Doyenne genannt. Die Zutaten: Einige heftige bis sehr heftige Anstiege. Doch vor dem Start wurde eine Schweigeminute für den am Tag zuvor bei einem Trainingsunfall ums Leben gekommenen Radprofi Michele Scarponi (Astana) eingelegt.

Eine Ausreißergruppe hatte eine Zeit lang über 11 Minuten Vorsprung, doch in der zweiten Rennhälfte sank dieser Vorsprung zusehends. Und doch erwies sich das folgende Peloton als eher langsam. Entscheidend waren einmal mehr die letzten Anstiege, die etwa 50 km vor dem Ziel zu erklimmen waren: Der Col du Maquisard bei Spa, die Côte de la Redoute bei Sprimont, die Côte de la Roche-aux-Faucons bei Esneux und die Côte de Saint-Nicolas kurz vor dem Ziel in Lütticher Vorort Ans.

Eine Zeit lang sorgte der Franzose Anthony Perez vom Cofidis-Team für eine Überraschungen, denn er fuhr der führenden Gruppe weg und versuchte das Ganze im Alleingang zu meistern, was ihm zeitweise auch gelang. Er erreichte den Anstieg Roche-aux-Faucons als erster mit einigen Sekunden Vorsprung und die Verfolger holten ihn dort nicht ein. Nur Perez‘ Teamkollege Stephane Rossetto schloss zu ihm auf. Das Peloton folgte zu diesem Zeitpunkt mit anderthalb Minuten Rückstand. Doch dort formierte sich inzwischen der Angriff.

Oben angekommen machten die Beine schlapp und das Peloton ergriff die Initiative. Derweil versuchte sich Rossetto alleine weiter. Doch er wurde am Stadion von Standard Lüttich von dem Belgier Tim Wellens (Lotto) eingeholt und 6 km später alleine gelassen. Doch auch Wellens wurde vom rasch herankommenden Peloton geschluckt…

Spannendes Finale und Sieg für einen erfahrenen Profi

Der Italiener Davide Formolo von Cannondale machte sich im berühmten italienischen Viertel von Saint-Nicolas davon und die Verfolgergruppe fiel auseinander. Doch dann zeigte sich die Erfahrung und die Routine von einigen schon lange aktiven Fahrern.

Der Spanier Alejandro Valverde von Movistar, der erst am Mittwoch den Wallonischen Pfeil gewonnen hatte, reagierte auf einen Angriff des irischen Quick.Step-Fahrers Daniel Martin und schlug diesen auf den letzten Metern. Damit gewann Valverde zum vierten Mal Lüttich-Bastogne-Lüttich und dritten Mal das Duo Wallonischer Pfeil und La Doyenne. Hinter Martin auf Platz 3 schaffte es der Pole Michael Kwiatkowski (Sky).