Belgiens Premier: "Es wird keinen kostenlosen Brexit geben"

"Es wird keinen kostenlosen Brexit geben. Wenn man eine Entscheidung trifft, muss man auch die Konsequenzen tragen", betonte Belgiens Premier Charles Michel bei seiner Ankunft zum EU-Gipfeltreffen an diesem Samstag in Brüssel. Die verbleibenden 27 Staats- und Regierungschefs sollen die Leitlinien der EU für den Austritt Großbritanniens beschliessen.

"Die Rechnung muss tatsächlich bezahlt werden. Es wird keinen kostenlosen Brexit geben. Wenn man eine Entscheidung trifft, muss man auch die Konsequenzen tragen", so der belgische Premier.

Diese Leitlinien sehen eine erste Phase der Verhandlungen vor, in der über die Rechte der europäischen und britischen Bürger und über die von den Briten vor ihrem Austritt zu begleichende Rechnung diskutiert werden soll.

Er sei sehr zufrieden darüber, dass in nur wenigen Wochen gelungen sei, sich mit 27 auf einen gemeinsamen Plan, mit dem man in die Trennungsgespräche gehen wolle, zu einigen, während es auf britischer Seite für die Einigung auf einen einzelnen Buchstaben zur Aktivierung des Artikels 50, mit dem die Austrittsverhandlungen Großbritanniens aus der EU eingeleitet wurden, viele Monate bedurfte, so Michel weiter.

Der Premier Belgiens versicherte noch, dass die gesamte belgische Regierung die gleiche Linie in den Verhandlungen vertrete und dass er für eine gute Koordination mit allen Landesteilen im Konzertierungsausschuss sorge.

Die eigentlichen Austrittsverhandlungen sollen direkt nach den britischen Unterhauswahlen Anfang Juni beginnen.