22/3: Besseres Statut für die Angehörigen der Opfer

Der Parlamentsausschuss, der sich mit den Zusammenhängen rund um die Terroranschläge auf Zaventem und Brüssel am 22. März 2016 auseinandersetzt, hat eine ganze Reihe von Empfehlungen vorgelegt, wie man mit den Überlebenden und mit den Angehörigen von ums Leben gekommenen oder schwer verletzten Opfern umgehen soll.
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Diese Vorschläge ähneln denen, die auch bereits andere Gremien empfohlen haben und sollen rasch zu einem Gesetz werden. Dieses Gesetz soll im Grundsatz in Zukunft alle Opfer von Terroranschlägen in Belgien betreffen und ihnen ein vernünftiges Statut gewähren.

Bis jetzt mussten die Opfer, deren Angehörige oder die Hinterbliebenen seit dem 22. März 2016, dem Tag der Anschläge, selbst ihren Weg durch ein Labyrinth von Instanzen und Behörden suchen und finden. Das betrifft bisher so ziemlich alle Bereiche, z.B. auch die Versicherungen. Zudem gelten für die gleichen Sachverhalte in den unterschiedlichen Ländern und Regionen und auch auf föderaler Ebene in Belgien verschiedene Regelungen. Und für die aus dem Ausland stammenden Betroffenen sah die Sache noch einmal ganz anders aus…

In Zukunft sollen die Betroffenen - Opfer, Angehörige oder Hinterbliebene - nur noch einen einzigen Ansprechpartner haben, der sich individuell mit allen Bereichen des Vorgangs beschäftigt und diesen vollständig in die Hand nimmt. Finanzielle Vorleistungen übernimmt in einer ersten Instanz der belgische Staat. Eines der bisher größten Probleme war die Deckung der Unkosten, z.B. auf medizinischer Ebene, nach den Anschlägen.

Die parlamentarischen Instanzen in Belgien werden die Empfehlungen des Sonderausschusses zu den Anschlägen wohl zügig in ein Gesetz fassen. Die Ausschussmitglieder stimmten dem Vorschlagspaket jedenfalls einstimmig zu. Die Betroffenen hoffen, dass die Formalität ihrer offiziellen Anerkennung rasch vonstattengeht. Bisher existiert in Belgien noch kein einziges Dokument, dass dieses Statut eindeutig festschreibt…

Wichtig ist auch, dass die Behörden die Betroffenen als „Menschen ansehen, deren Leben sich von einem auf den anderen Tag grundsätzlich verändert hat“, sagte der Bruder einer am 22. März 2016 ums Leben gekommenen Frau gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion. Dieser Satz trifft wohl alles, was hierzu gesagt werden muss.