"400 Verkehrstote, das ist eine Schande!"

Flanderns Landesverkehrsminister Ben Weyts (N-VA - Foto) kündigte an, in nächster Zeit 30 weitere Trajekte für Abschnittskontrollen einzurichten. Damit will er die „Schande von 400 Verkehrstoten“ pro Jahr in Flandern beenden. Bis 2020 sollen die meisten Blitzanlagen hier verschwinden. Damit habe das „Bremsen vor Ampel- und Blitzanlagen und dann wieder Gas geben“ ein Ende, so Weyts.

Insgesamt will Flanderns Verkehrsminister Ben Weyts konkret phasenweise an 1.400 Stellen gegen zu schnelles Fahren vorgehen: „Die analogen und digitalen Blitzanlagen werden so weit wie möglich durch Abschnittskontrollen ersetzt. Auf Autobahnen befinden sich natürlich keine Ampelanlagen, doch dort arbeiten wir an anderen Systemen. Hier installieren wir schlaue Kameras, sogenannte ANPR-Kameras, die Autokennzeichen erkennen. Diese werden wir über das gesamte Autobahnnetz ausbreiten.“

Ziel ist auch, bestehende Blitzanlagen miteinander zu verbinden, um auf diesem Wege quasi ebenfalls für Abschnittskontrollen sorgen zu können. Das führt an einigen Stellen dazu, dass sogar neue digitale Starenkästen aufgestellt werden, so Weyts: „Das ist eine große Investition. Wir sprechen alleine für dieses Jahr von 3,5 Mio. €. Insgesamt werden 27 Mio. € über vier Jahre verteilt.“

Weyts hofft, dieses Projekt bis 2020 abrunden zu können. Er hält die neuen Systeme übrigens für gerechter: „Man kann damit nicht mehr in einem Augenblick der Zerstreutheit überrascht werden.“ Die Einnahmen, die durch die Bußgelder bei Abschnittskontrollen, die hier in Flandern „Trajektkontrollen“ genannt werden, werden in die Verkehrssicherheit investiert, zum Beispiel an gefährlichen Kreuzungen und an neuralgischen Stellen, wo es häufiger zu schweren Autounfällen kommt.

Was ist eine Abschnittskontrolle?

Bei Abschnittskontrollen, hier in Flandern auch Trajektkontrollen genannt, wird zur Überwachung von Tempolimits im Straßenverkehr nicht die Geschwindigkeit an einem einzigen bestimmten Punkt gemessen (z.B. mit einer Blitzanlage), sondern die Durchschnittsgeschwindigkeit über einen längere Streckenabschnitt hinweg.

Mehrere Kameras, die entlang eines solchen Abschnittes installiert sind, registrieren die Geschwindigkeit, mit der ein Auto in ein Trajekt hineinfährt, mit welchem Tempo es unterwegs ist und mit welcher Geschwindigkeit er wieder herauskommt. Über diese Daten wird dann die Durchschnittsgeschwindigkeit des Fahrzeugs ermittelt.