Hohe A1-Nachfrage: 45 Stunden-Woche bei Audi?

Das Audi-Werk in Brüssel (Foto) steht in diesen Tagen heftig unter Druck. Auf der einen Seite liegt gerade eine sehr hohe Nachfrage für die hier exklusiv gebauten A1-Modelle und auf der anderen Seite wird gerade die Produktion des bald hier montierten Audi e-tron auf technischer Basis vorbereitet.

Diese von verschiedenen Medien in Belgien als „Luxusproblem“ bezeichnete Situation kommt zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Derzeit sind im Brüsseler Audi-Werk im Stadtteil Vorst keine Nacht- oder Wochenendschichten zu einer kurzfristigen Anhebung der A1-Produktionszahlen möglich, denn zu diesen Momenten wird hier vollauf an der neuen Produktionsstraße für den neuen elektrischen Audi gearbeitet.

Jetzt zieht die Direktion von Audi in Brüssel in Erwägung, zeitweise die 45 Stunden-Woche einzuführen. Das würde bedeuten, dass die Spätschicht erst um 23 Uhr am Abend Feierabend machen kann, anstelle wie gewohnt um 22 Uhr.

Doch will der Ingolstädter Autobauer dies am Brüsseler Standort laut der flämischen Tageszeitung De Morgen nicht auf die Spitze treiben. Von keinem betroffenen Arbeiter soll verlangt werden, länger als zwei Wochen einen Arbeitsstunde mehr pro Schicht und Arbeitstag zu leisten.

Nach einer Meldung der Brüsseler Tageszeitung La Capitale müssen die entsprechenden Kompensierungen und Bedingungen für diesen Schritt noch besprochen werden. Die Gewerkschaften halten sich noch zurück und sprechen von einem Vorschlag. Doch darüber nachdenken wollen sie schon und zu einem gewissen Maß an Flexibilität sind auch sie bereit.

Viel Zeit bleibt aber nicht, denn Ingolstadt will noch dieses Jahr in Brüssel 2.600 Audi A1 mehr vom Band rollen lassen, als bisher geplant. Die ersten 1.000 Einheiten davon sollen bereits ab Anfang Juni produziert werden…