Bahnmitarbeiter förderten Kartell gegen Infrabel

Fünf Mitarbeiter des Infrastrukturdienstleisters der belgischen Bahn, Infrabel, sind durch besonders intensive Kontakte zu fünf Unternehmen aufgefallen, die die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB und damit auch Infrabel selbst mit Ausrüstung beliefern. Durch Zutun der Infrabel-Mitarbeiter konnten diese Firmen ein Kartell zu Lasten der belgischen Bahn bilden.

Nach Angaben der belgischen Wettbewerbsbehörde sind fünf Infrabel-Mitarbeiter in den Fall verwickelt. Diese hatten im Jahr 2010 Vorinformationen zu einer Ausschreibung für Arbeiten im Elektrizitätsnetzwerk der Bahn an fünf potentiell interessierte Unternehmen weitergegeben. Diese Unternehmen - ABB NV, Siemens NV, AEG Belgium, Schneider Electric Energy Belgium NV und Sécheron SA - bildeten daraufhin ein Kartell, um Preise abzusprechen.

Jetzt hat die belgische Wettbewerbsbehörde den betroffenen Unternehmen ein Bußgeld von 1,8 Mio. € auferlegt. Lediglich das schwedische Unternehmen ABB kommt ungeschoren davon, weil man hier mit den Wettbewerbshütern in Sachen Aufklärung der Vorgänge eng zusammenarbeitete. Inzwischen hat Infrastrukturdienstleister Infrabel seine internen Betriebsstrukturen dahingehend angepasst, dass solche Vorgänge und Praktiken nicht mehr möglich sind (oder sein sollen). Von Korruption sei hier aber nicht die Rede, so Infrabel.

In einer Pressemitteilung des Bahn-Unternehmens hieß es dazu: „Einige Mitarbeiter haben ohne Mitwissen der Hierarchie und in vollständiger Übertretung aller internen Regeln einen zu engen Kontakt mit betroffenen Ausschreibungsteilnehmern. Ab dem Moment, an dem die Fakten vorlagen, wurden schwere disziplinäre Sanktionen gegen die betroffenen Personen ergriffen.“ Zur Höhe des entstandenen Schadens will Infrabel keine Angaben machen, doch das Unternehmen kündigte rechtliche Schritte an, um bei den Kartell-Mitgliedern die entstandenen Mehrkosten einzufordern.