Die Zahl der Priester in Flandern geht zurück

Nach Berechnungen der katholischen Zeitschrift „Kerk & Leven“ („Kirche und Leben“) geht die Zahl der Priester in den flämischen Pfarren weiter zurück und wird sich wohl zwischen 2020 und 2030 halbiert haben. Vor 20 Jahren zählte das belgische Bundesland Flandern noch rund 5.000 Priester und Diakone. Doch davon ist man hier inzwischen weit entfernt.

Laut „Kerk & Leven“ können die Bistümer in Flandern im Jahr 2020 noch auf rund 400 Priester zählen, doch 2030 wird diese Zahl auf geschätzt 237 gesunken sein. Bis auf das starke Bistum Brügge müssen die Bistümer damit rechnen, von einem aktiven Priesterstand von weniger als 50 Geistlichen auszugehen. Zudem wird steigt das Alter der Priester deutlich auf einen Durchschnitt von rund 70 Jahren. Und die Zahl der neuen Priesterweihen (etwa 5 pro Jahr) geht ebenfalls zurück…

In Panik gerät die katholische Kirche in Flandern jedoch nicht. Doch der Kirchensoziologe Wim Vandewiele von der Katholischen Universität Löwen (KU Leuven) nennt die Situation der Kirche eine „Systemkrise“. Aber, die Kirche könne auf viele andere Kräfte zählen, z.B. auf Diakone, Pfarrhelfer und andere Ehrenamtliche: „Diese Leute leisten wichtige Arbeit in den Pfarren. Ich empfehle, dass man sich dieses menschliche Kapital in seiner Gänze anschaut.“