Opel Antwerpen: Die Saudis kommen nicht

Die Antwerpener Hafenverwaltung gibt bekannt, dass die umstrittene Mega-Investition des saudi-arabischen Unternehmens für Kunststoff- und Plastik-Recycling, Energy Recovery Systems (ERS), geplatzt ist. Damit geht die Suche nach Interessenten an Investitionen auf dem ehemaligen Opel-Gelände in Antwerpen weiter.
BELGA/VAN ACCOM

Vor fast genau zwei Jahren kündigte die Antwerpener Hafenbehörde an, dass ein Investor aus Saudi-Arabien 3,7 Mia. € in eine Recycling-Anlage für Kunststoffe auf dem früheren Opel-Gelände investieren werde. Mittelfristig sollte dies zur Schaffung von bis zu 900 Arbeitsplätzen führen. Doch im Laufe der Zeit wurde die Sache immer Undeutlicher und das Unternehmen ERS kam seinen Ankündigungen und Verpflichtungen im Vorfeld des Projektes nur schwerlich bis überhaupt nicht nach.

Seit April lief dann gar nichts mehr und es kam weder eine Machbarkeitsstudie, die für die Konzession notwendig ist, noch gründeten die Saudis ein Unternehmen nach belgischem Recht, um hier tätig werden zu können. Damit waren die wichtigsten Bedingungen der Antwerpener Behörden nicht erfüllt. Vor einigen Wochen hieß es dann von Seiten von ERS, dass man mehr Zeit brauche, um die Dinge voranschreiten zu lassen.

Antwerpen gewährte einen Aufschub bis zum 8. Mai. Inzwischen erreichten die Betroffenen aber negative Meldungen zu den angeblichen Großinvestor aus Saudi Arabien. Unternehmen und Berater, die an der Planung des Vorhabens in Belgien beteiligt waren, wurden nicht bezahlt und selbst auf Mahnungen kamen keine Reaktionen. Anfang der Woche beschloss der Verwaltungsrat des Hafens von Antwerpen, dem Vorhaben ein Ende zu bereiten und verabredete, dass die Suche nach neuen Investoren für das Ex-Opel-Gelände in eine neue Phase gehen wird.