Kurze Arbeitsniederlegung bei Audi in Brüssel

Am Freitagmittag begann Spätschicht im Audi-Werk im Brüsseler Stadtteil Vorst mit einer Arbeitsniederlegung. Die rund 800 Mitarbeiter dieser Schicht protestierten damit gegen das Vorhaben der Werksleitung, die Arbeitszeiten dieser Schichten aus Produktionsgründen an vier Tagen um eine Stunde pro Tag zu verlängern. Dabei wurde offenbar eine Mitteilung der Direktion von einigen Gewerkschaftsdelegierten falsch interpretiert.

Im Brüsseler Audi-Werk sollen noch in diesem Jahr 2.600 Autos vom Typ Audi A1 mehr als geplant vom Band laufen, wie die Audi-Konzernmutter am Stammsitz in Ingolstadt beschlossen hatte. Grund dafür ist die große Nachfrage nach dem diesem Kompaktfahrzeug, das hier noch bis 2018 gebaut wird.

Grundsätzlich habe man nichts gegen diese Mehrarbeit, gab ein Gewerkschaftssprecher gegenüber den Medien an, doch die von der Werksleitung beschlossene Maßnahme, dass die Nachmittagsschicht von Montag bis Donnerstag eine Stunde länger arbeiten soll, sei mit den Beschäftigten nicht abgestimmt worden. Außerdem sei nicht klar, wie diese Überstunden kompensiert würden.

Damit lagen einige Gewerkschaftler bei Audi allerdings falsch. In einem Schreiben der Brüsseler Direktion hieß es, dass diese Mehrarbeit zu einem passenden Zeitpunkt zu 200 % kompensiert werde. Zudem sei dieser Vorgang noch keine beschlossene Sache, was einige Betroffene aber so nicht verstanden hatten.

Von offizieller Seite her bedauerten die Gewerkschaften diese Aktion, die auf einem Missverständnis in der Kommunikation beruhte. Die Arbeitnehmerverbände bei Audi in Brüssel begrüßen diesen Schritt nämlich sehr wohl. Nach einigen Erklärungen nahm die Nachmittagsschicht ihre Arbeit dann doch auf. Die Brüsseler Werkleitung äußerte sich nicht zu dieser Arbeitsniederlegung.