Anonyme Prepaidkarten laufen jetzt aus

Rund 1,6 Mio. Nutzer von Prepaid-Mobilfunkkarten in Belgien haben nur noch bis zum 7. Juni Zeit, sich bei ihrem Mobilfunkanbieter zu registrieren. Lassen die Betroffenen diesen Termin verstreichen, werden ihre sogenannten SIM-Karten gesperrt. Die Registrierung dieser Prepaid-Karten kann online geregelt werden.
AP2014

Hintergrund für das baldige Verbot von anonymen Prepaidkarten ist eine Regelung der belgischen Bundesregierung, die Ende 2016 im Anti-Terror-Kampf erlassen wurde. Polizei und Geheimdienste werden die Kontrolle über den Mobilfunk verschärfen, was in erster Linie Smartphones und Handys aller Art betrifft. Das bedeutet auch das Aus für anonyme Prepaidkarten.

Im Zuge der Ermittlungen der belgischen Polizei gegen die Terroristenszene in Belgien und nach den Anschlägen auf Paris und Brüssel, deren Fäden in unserem Land zusammenlaufen, wurde deutlich, dass die Verdächtigen ausnahmslos und quasi unbehelligt über ständig wechselnde anonyme SIM-Karten miteinander kommunizierten.

Mittlerweile ist jeder Käufer einer Prepaidkarte dazu verpflichtet, seine Identität anzugeben. Das entsprechende Gesetz dazu trat, wie oben erwähnt, Ende des vergangenen Jahres in Kraft. Besitzern von vorher erworbenen SIM-Karten ohne vorherige Identifizierung wurde aber eine Frist bis zum 7. Juni gewährt, um ihre alten Karten aufzubrauchen.

Wer sich allerdings bis dahin nicht registriert hat, der wird gesperrt. Belgiens für Telekomunikation zuständiger Minister Alexander De Croo (OpenVLD) erklärte dazu, die Registrierung nehme nur wenige Minuten in Anspruch und kann über das Internet laufen. Dazu wurde eine gesonderte Internetseite eingerichtet, die auch in deutscher Sprache zu nutzen ist: www.identifizierung-prepaidkarten.be

Nach Ansicht des belgischen Telekomregulators BIPT verläuft diese Registrierung allerdings sehr träge. Hier geht man davon aus, dass rund 1,2 Mio. dieser insgesamt 1,6 Mio. anonymen SIM-Karten verfallen werden.