Légion d’Honneur für belgischen Staatsanwalt

Bundesstaatsanwalt Frédéric Van Leeuw (Foto) wird mit der höchsten Auszeichnung, die Frankreich zu vergeben hat, geehrt. Dem Leiter der Terrorermittlungen in Belgien wird auf Anregung des scheidenden französischen Präsidenten François Hollande die Légion d’Honneur verliehen.

Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw (43) leitet seit einiger Zeit die Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel und damit auch die Terrorermittlungen in unserem Land. Seiner Ansicht nach, ist diese höchste französische Auszeichnung eine Folge der guten Zusammenarbeit der Justiz in Frankreich und in Belgien nach den Terroranschlägen in Paris im November 2015 und in Zaventem und Brüssel im März 2016.

„Ich glaube, dass diese Auszeichnung eine Botschaft ist, die sich an alle Sicherheitsdienste in Belgien richtet. Das ist auf jeden Fall ein schönes Signal der Franzosen, nämlich dass sie der Ansicht sind, dass wir sehr gut zusammenarbeiten“, sagte Van Leeuw gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion. Diese Auszeichnung wird ihm im Rahmen einer Zeremonie am 29. Juni in Paris verliehen.

Ein Mann für schwere Fälle

Van Leeuw gehört bereits seit 2007 zur Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel. Er bearbeitete dort einige recht heftige und schlagzeilenträchtige Dossiers, wie die Hackerangriffe auf das Telekom-Unternehmen Belgacom (heute Proximus) und andere Fälle von Cyberkriminalität, die Sabotage am Kernkraftwerk in Doel bei Antwerpen und einige Fälle von Menschenrechtsverletzungen. Auch Morde an Landsleuten im Ausland gehörten zu seinen Ermittlungsaufträgen. Frédéric Van Leeuw gilt als besonnen und genießt in Justiz- und Politikkreisen in Belgien (und darüber hinaus) ein hohes Ansehen.