Probleme am Bau: Zu wenig Dämmstoffe vorrätig

In diesen Tagen herrscht an nicht wenigen Baustellen im belgischen Bundesland Flandern eine auffällige Stille. Aufgrund von technischen Problemen bei einigen Herstellerfirmen fehlen Rohstoffe für die Herstellung von Dämmstoffen für den Hausbau. Diese Knappheit könnte bald für Kurzarbeit sorgen, befürchtet die Flämische Bauunion.

Die Knappheit an häufig verwendeten Dämmstoffen zur Isolierung von Dächern, Mauern und Böden beim Hausbau wird auf eine Reihe von Problemen bei den Herstellern zurückgeführt. Das liegt an der Produktion von Basisstoffen für die Herstellung von PUR- oder PIR-Isoliermaterial. Nur fünf Hersteller weltweit stellen diese Stoffe her, darunter auch der Chemiegigant BASF.

Doch der Großbrand nach einer Explosion im November letztes Jahr am BASF-Standort Ludwigshafen und ein weiteres technisches Problem bei einem Konkurrenten in China liegen an der Ursache für dieses Problem. Hinzu kommt noch, dass sich der Bau von zwei Großfabriken verzögert.

Diese Knappheit bei dem Dämmstoffen ist also bei weitem nicht nur ein Problem hier in Flandern, doch hier sorgt es in diesen Tagen für Kurzarbeit und für höhere Preise. Schon keimt hier der Verdacht von Preis- und Kartellabsprechen in diesem Sektor. PUR- oder PIR-Isoliermaterial haben auch hier einen Marktanteil von bis zu 90 %. Und es ist technisch nicht gerade einfach, diese Produkte durch alternative Baustoffe zu ersetzen.

Krisenstimmung

Die flämische Bauunion stellte in diesem Zusammenhang fest, dass die Preise für PUR und PIR hierzulande in kurzer Zeit um bis zu 30 % gestiegen sind. Lieferfristen von 6 bis 8 Wochen sind keine Seltenheit und einige Produkte können gerade sogar überhaupt nicht geliefert werden. Der Zustand ist nach Ansicht der Bauunternehmer „dramatisch“.

Angesichts von stillgelegten Baustellen ist es nur eine Frage der Zeit, wann Bauarbeiter in Kurzarbeit geschickt werden müssen. Inzwischen planen die hiesigen Lieferanten und Großhändler eine Krisensitzung mit dem Baufach. Dabei soll es, man ahnt es schon, auch um den Verdacht der Kartellbildung gehen…