Bald Armeedrohnen bei Straßenkontrollen vom Zoll

Wenn der belgische Zoll entlang von Autobahnen oder Schnellstraßen Kontrollen durchführt, dann sollten Autofahrer den Aufforderungen der Zöllner (oder auch der Verkehrspolizisten) folgen. Bei einer Flucht besteht bald nämlich die Möglichkeit, von einer Drohne der Armee erfasst zu werden. Diese werden dem Zoll bald helfen. Eines sei aber bereits jetzt schon angedeutet: Diese Drohnen sind nicht bewaffnet…

Der Zoll ist täglich auf dem belgischen Straßennetz unterwegs und sucht nach Drogen, Waffen, Bargeld und auch nach Gütern und Waren, für die hierzulande Verbrauchersteuern, die sogenannten Akzisen, fällig sind. Darunter fällt auch die Nutzung von Heizöl oder von vergünstigtem Traktordiesel für die Landwirtschaft für private oder gewerbliche PKW und LKW.

Nicht selten aber suchen Autofahrer mit schlechtem Gewissen flüchtend das Weite, wissend, dass die belgischen Zöllner mit ihren einfachen Kleinbussen kaum Hoffnung auf Erfolg bei einer Verfolgung haben können. Die Unterstützung durch Drohen der belgischen Armee soll dem Abhilfe verschaffen. Konkret kann vorkommen, dass eine Zollstreife von einem Soldaten begleitet wird, der direkten Zugriff auf Livebilder hat, die von Drohnen aufgenommen werden.

So können die Streifen vor Ort rasch z.B. die Verkehrspolizei zur Hilfe rufen, bzw. diese auf die Verfolgungsjagd schicken, falls dies nach Feststellung des Fahrzeughalters durch Sichtung des Kennzeichens erforderlich ist. Die Drohnen allerdings werden so hoch fliegen, dass sie vom Auto aus kaum oder gar nicht wahrgenommen werden können.

Abkommen

In der kommenden Woche wird der auch für den Zoll zuständige belgische Finanzminister Johan Van Overtveldt ein entsprechendes Abkommen mit Bundesverteidigungsminister Steven Vandeput (beide N-VA) unterzeichnen.

Der Einsatz von Armeedrohnen zu zivilen Zwecken ist in Belgien kein Novum. Unbemannte Kameras des Militärs werden bereits seit geraumer Zeit über der Nordsee und über den Ardennen eingesetzt. Hier richtet sich die Aufmerksamkeit u.a. auf Schiffe, die auf hoher See öl verklappen oder auf illegales Abholzen von Bäumen in Naturschutzgebieten.