Sozialbetrug bei Jost: U-Haft für die Verdächtigen

Die Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel teilte mit, dass gegen die mittlerweile vier in Haft sitzenden Verdächtigen im Fall des mutmaßlichen Sozialbetrugs durch Scheinfirmen in Rumänien bei der Transportfirma Jost Group aus Ostbelgien Untersuchungshaft angeordnet wurde. Das bedeutet, dass die Betroffenen einen Monat lang in Haft bleiben können, wenn diese Entscheidung nicht in Berufung geändert wird. Vor einigen Tagen war eine vierte Person in diesem Fall festgenommen worden.
BELGA/KRAKOWSKI

Die Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel teilte am Freitagnachmittag mit, dass die Ratskammer am erstinstanzlichen Gericht in Lüttich (Foto oben) Untersuchungshaft gegen die vier Verdächtigen im Fall Jost Group angeordnet hat. Nach dieser Entscheidung müssen zwei der vier Verdächtigen einen weiteren Monat in U-Haft verbringen, darunter auch der Gründer und Chef des Transportunternehmens.

Zwei weitere Verdächtige, darunter eine Frau, werden durch eine Fußfessel überwacht, diese Untersuchungshaft in Form von Hausarrest absitzen können. Den Betroffenen bleibt die Möglichkeit, gegen diese Entscheidung in Berufung zu gehen. Dazu müssen sie in den kommenden zwei Wochen vor dem Berufungsgericht erscheinen.

Allen vier Verdächtigen wird Menschenhandel, Betrug, Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Bei Trans Jost soll jahrelang ein umfassender organisierter Sozialbetrug für eine Unterschlagung von Lohnnebenkosten in Millionenhöhe gelaufen sein.

Das Unternehmen aus Büllingen in Ostbelgien mit Sitz in Luxemburg hatte zahlreiche Niederlassungen im Ausland, darunter einige auch in Rumänien. Viele in Westeuropa für Jost fahrende Trucker waren mit Arbeitsverträgen aus Rumänien unterwegs, wurden schlecht bezahlt und lebten teilweise monatelang in ihren Fahrzeugen.