Tihange 1 geht wieder ans Netz

Der seit September abgeschaltete belgische Atomreaktor Tihange 1 ist ab heute wieder in Betrieb. Der Reaktorblock stand seit Anfang September still, weil bei Bauarbeiten ein Nebengebäude beschädigt worden war. Vor wenigen Tagen bescheinigte die belgische Atomaufsichtsbehörde den sicheren Betrieb.

Das Hochfahren des Meilers Tihange 1 war wiederholt verschoben worden, doch jetzt erteilte die Atomaufsichtsbehörde FANC Kraftwerksbetreiber Engie-Electrabel die Genehmigung, den Reaktor wieder ans Netz zu nehmen.

Nach Angaben von Engie Electrabel wurde neben der Reparatur des Bodens des beschädigten Nebengebäudes des Reaktors auch Analysen zu weiteren sicherheitstechnischen Maßnahmen durchgeführt. Dies führte dazu, dass vor dem Hochfahren auch einige statische Verstärkungsmaßnahmen baulicher Natur vorgenommen wurden.

Diese Arbeiten wurden von der FANC und von deren technischer Filiale BEL V. begleitet und begutachtet. Dort heißt es: „Die vorgenommenen Aktionen garantieren, dass diese Einheit in aller Sicherheit arbeiten kann. Sie garantieren auch den erwarteten seismologischen Wiederstand der Gebäude.“

Engie Electrabel gab weiter an, allen Forderungen der Sicherheitsbehörden zu entsprechen und dass die Genehmigung zum Wiederhochfahren auf Basis dessen gegeben werden konnte.

Kontroverse

Umstritten ist vor allem der Reaktor Tihange 2, seit dort Haarrisse im Reaktordruckbehälter entdeckt wurden. Der zweite Reaktor soll, wie verlautet, in den nächsten Tagen wieder ans Netz gehen.

Tihange 2 und Doel 3 bei Antwerpen gelten wegen ihrer Pannenhäufigkeit in Belgiens Nachbarländern inzwischen als „Schrottreaktoren“.