Bald Sicherheitsschleusen für Bahnreisende in Belgien

Ab Juli will die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB Sicherheitsschleusen für Reisende im internationalen Verkehr einführen. Vorgesehen sind solche Schleusen für Fahrgäste in einigen Großstadtbahnhöfen, wie Brüssel Süd/Midi (Foto), Antwerpen-Zentral und Lüttich-Guillemins. Diese Anlagen sollen wie an Flughäfen oder vor dem Einstieg in die Eurostar-Züge von und nach London aussehen und sowohl die Reisenden, als auch deren Gepäck durchleuchten.

Belgiens Innenminister Jan Jambon (NVA) kündigte diese Maßnahme bereits im Sommer 2015 nach einem Zwischenfall an. Im August dieses Jahres stieg ein schwer bewaffneter Mann in Brüssel in einen Thalys-Zug nach Paris ein und wollte dort während der Fahr auf Reisende feuern, doch er wurde von mitreisenden US-Soldaten überwältigt und festgenommen. Dabei gab es damals vier Verletzte.

Jetzt, knapp zwei Jahre danach, kommen die damals versprochenen Sicherheitsschleusen. Diese werden im Juli in den oben genannten Bahnhöfen installiert. Wann sie jedoch in Betrieb genommen werden können, ist noch unklar. Die NMBS/SNCB finanziert diese Anlagen und das Personal, dass sie bedienen soll, mit 17 Mio. € aus dem eigenen Budget.

Nur für Thalys-Reisende?

Zunächst sollen diese Anlagen nur für Fernverkehrsreisende gelten, die mit dem Thalys fahren. Reisende der deutschen ICE-Züge zwischen Brüssel und Frankfurt sind davon nicht betroffen, zumal diese Züge auch in Brüssel-Nord halten, wo keine Sicherheitsschleusen installiert werden.

Und die Fahrgäste der IC-Züge zwischen Brüssel und Amsterdam, die teilweise sowohl in Belgien, als auch in den Niederlanden auch von Inlandsreisenden genutzt werden und die in beiden Ländern recht viele Zwischenhalte einlegen, sind ebenfalls davon nicht betroffen. Da stellt sich schon die Frage nach dem Sinn dieser Anlagen…