Friedensaktivisten warten vor Nato auf Trump

Ein Dutzend Friedensaktivisten wartet schon vor der Nato auf US-Präsident Trump. Verschiedene Friedensorganisationen hatten zu einer Demonstration gegen das Treffen der Staats- und Regierungschefs, das am Nachmittag stattfinden soll, aufgerufen. In einer abgesteckten Sicherheitszone und von zahlreichen Sicherheitskräften umgeben, durften sie sich dort versammeln. Zunächst war die Zahl der Teilnehmer im Vergleich zu dem großen Protestmarsch am gestrigen Mittwoch durch Brüssel niedrig. In Brüssel hatten sich laut Polizeiangaben rund 9.000 Menschen am Protestmarsch beteiligt.

Der amerikanische Präsident Donald Trump und die 28 anderen Staats- und Regeringschefs, die sich an diesem Nachmittag im Nato-Hauptquartier in Brüssel treffen, werden schon von mehreren Dutzend Friedensaktivisten erwartet. Die Bewegung 'Agir pour la Paix' hält dort eine pazifistische Aktion gegen Atomwaffen. Bislang ist alles ruhig verlaufen.

Die Aktivisten protestieren vor allem gegen die Nato selbst. Sie halten die Nato für eine "unnötige militärische Bündnisgemeinschaft". Organisatorin Stéphanie Demblon betonte: "Trump wird hier nachher alle europäischen Migliedstaaten fragen, 2 Prozent ihres BIPs in die Verteidigung zu investieren. Für Belgien bedeutet das 900 Millionen Euro. Das Geld wird nicht so einfach vom Himmel fallen. Es muss woanders hergeholt werden, zum Beispiel aus der Gesundheitssorge. Das werden wir zu spüren bekommen."

Die Organisation demonstriert auch gegen die Lagerung von Kernwaffen auf belgischem Boden. "Das muss aufhören. Es ist schon genug darüber debattiert worden, jetzt muss etwas unternommen werden", so Demblon.

Einige amerikanische Aktivisten der Organisation 'Refuse Facism' sind extra zu der pazifistischen Aktion nach Brüssel gekommen. "Es ist wichtig, hier zu sein und zu zeigen, dass Donald Trump nicht unser Präsident ist", betonte der Sprecher Robert Borba in der Agentur Belga. "Trump ist ein amerikanischer Hitler, nur ist er einer mit Atomwaffen. Er ist der gefährlichste Mann der Welt. Als Amerikaner müssen wir reagieren", hieß es noch.

Die Aktivisten stehen seit den Mittagstunden vor der Sicherheitszone des Nato-Hauptquartiers in Haren (Brüssel). Noch sind es nur einige Dutzend, doch laut Demblon seien weitere Demonstranten im Anmarsch. Dass die Demonstration ausarten könnte, befürchten die Organisatoren nicht. "Wir haben all unsere Aktivisten gebeten, sich ruhig zu verhalten und jegliche physische Konfrontation zu vermeiden", so Demblon. 'Agir pour la Paix' will noch bis zum Ende des Nato-Treffens gegen 16 Uhr demonstrieren.