"Belgiens Armee ist bankrott"

Die belgische Armee ist bankrott. Das hat Roger Housen, der strategische Berater der unabhängigen Armeegewerkschaft ACMP an diesem Freitag im französischsprachigen Radio RTBF mitgeteilt.

Der Oberst im Ruhestand findet, dass die Michel-Regierung eine  Scheinpolitik führe. "Das sind die Fakten: Wir sind die schlechtesten Schüler der Nato. Im Vergleich zu den 28 Mitgliedstaaten stehen wir bei den Verteidigungsausgaben an vorletzter Stelle und an letzter Stelle hinsichtlich der Investitionen in militärische Ausrüstung und Nachrüstung."

"Jeder Manager wird Ihnen erklären, dass ein Unternehmen, das zehn Jahre lang nicht investiert, wie das bei der belgischen Armee der Fall ist, pleite ist. Die Armee ist bankrott", betonte Housen.

"Es ist nicht normal, dass sich unsere Armee Munition für die F-16-Kampfflieger über dem Irak und Syrien borgen muss. Es ist nicht normal, dass ein Fahrzeug von fünf nicht einsatzfähig ist, weil es einen Schaden hat. Es ist nicht normal, dass die Soldaten ihre kugelfreien Westen aus eigener Tasche bezahlen müssen. Die Auswahl an unterschiedlichen Größen ist unzulänglich", fügte der Gewerkschafter hinzu.

Nach der Nato-Versammlung vom Donnerstag hatte Belgiens Premier Charles Michel die Absicht seiner Regierung, das Budget der Verteidigung progressiv zu erhöhen, bekräftigt, ohne dabei jedoch Belgiens Engagement einer Erhöhung auf 2 Prozent des BIPs wie es Washington und die Nato wünschen, auszusprechen.

"Das ist alles Show", reagierte Housen im Radio.