Führerscheinprüfung in Belgien wird schwieriger

Ab dem Stichtag 1. Juli, also ab Donnerstag, wird die theoretische Führerscheinprüfung in Belgiendeutlich schwieriger. Der gültige Fragenkatalog bleibt bestehen, doch der Punkteverlust bei falschen Antworten im Rahmen von sogenannten „schweren Verkehrsvergehen“ wird von derzeit noch 1 Punkt auf danach 5 Punkten drastisch erhöht.

Weiterhin müssen Führerscheinanwärter bei der theoretischen Prüfung 50 Fragen beantworten und dabei muss ein Resultat von 41 Punkten erreicht werden.

Der flämische Automobil- und Mobilitätsverband VAB passte den neuen Strafpunkte-Katalog bei schweren Verkehrsvergehen auf tausend theoretische Prüfungen aus der Vergangenheit an und stellte fest, dass die Quote der bestandenen Prüfungen damit von 58 auf 42 % gefallen war.

Und doch steht der VAB hinter der Verschärfung der Fehlermarge. Der Verband muss feststellen, dass viele Führerscheinkandidaten völlig unvorbereitet zur Prüfung erscheinen, wie VAB-Fahrschul-Direktor Peter Landsheer dazu gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion sagte:

„Man sieht, dass rund ein Drittel der Kandidaten zur theoretischen Führerscheinprüfung erscheinen, ohne auch nur ein Buch aufgeschlagen oder etwas gelernt zu haben. Das ist so, wie eine Lotterie, in der man eine zweite Chance bekommt. Dem können wir von Seiten der VAB-Fahrschulen nicht länger zustimmen. Hier geht es neben dem Fahren auch um eine Haltung und zu einer entsprechenden Einsicht kann man nur kommen, wenn man gelernt hat.“

Bei der praktischen Fahrprüfung müssen die Führerscheinanwärter schwierigere Fahrmanöver als bisher meistern und sie müssen mit einem Navigationssystem eine bestimmte Fahrstrecke selbständig zurücklegen. Zudem gilt es im neuen System, einen Test zur Einschätzung von Risiken zu bestehen, was u.a. der VAB sehr begrüßt.

Nicht zuletzt wird die vorläufige Fahrlizenz, die bisher eine Dauer von drei Monaten hat, auf ein halbes Jahr verlängert. Damit soll mehr Fahrpraxis vor der Erteilung des regulären Führerscheins erlangt werden.