Legendäres Agfa-Gevaert Archiv endlich gesichtet

Das Fotomuseum (FoMu) in Antwerpen hat in anderthalbjähriger Kleinarbeit das historische Archiv des Fotografie- und Bildbearbeitungs-Konzerns Agfa-Gevaert gesichtet und ausgewertet. Aus diesem Inventar entstanden rund 40 Einzelbereiche der Kollektion. Diese wiederum wurden in die Bereiche Forschung und Öffentlichkeit aufgeteilt. Nun muss sich erweisen, wo diese Kollektionen ihre Zukunft haben werden.
Jonas Roosens

Nach dem Inventar durch das Antwerpener Fotomuseum kristallisierten sich aus dieser umfassenden Sammlung an Fotos (in allen Formen und Farben), Dokumenten, audiovisuellen Datenträgern sowie Objekten, wie Kameras und Fotoapparate, Drucker und elektronische Bildverarbeitungssysteme aus der jüngeren technischen Vergangenheit heraus.

Nach Angaben des FoMu sucht diese Sammlung in Europa ihresgleichen. Sie bietet einen einmaligen Überblick über den fotografischen Sektor auf der einen Seite aber auch auf einen wichtigen Teil der Technologie- und Industriegeschichte im belgischen Bundesland Flandern.

Das FoMu alleine kann diese Sammlung nicht ihrem Wert entsprechend aufnehmen und/oder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Agfa-Gevaert beschloss nach der Verrentung von Archivar Laurent Roosens, auch die Zweckbestimmung des heutigen Lagerplatzes auf Schloss Varenthof in Mortsel bei Antwerpen (wo sich auch der Stammsitz von Agfa-Gevaert befindet) neu zu definieren.

Danach ging die Kollektion in die Hände der Provinz Antwerpen über, die dem ebenfalls durch die Provinz verwalteten Fotografie-Museum in Antwetrpen den Auftrag der Sichtung gab. Die Provinz machte übrigens auch 160.000 € frei, um die Zukunft der Agfa-Gevaert-Kollektion zu sichern.

Das Interesse ist groß

Inzwischen haben gleich mehrere Einrichtungen Interesse an Teilbereichen der Sammlung angemeldet, darunter sogar die heutige Agfa-Gevaer-Gruppe selber, die Universität von Antwerpen und das Staatsarchiv von Beveren (Provinz Antwerpen).

Der für Kultur zuständige Provinz-Deputierte Luk Lemmens (N-VA) sagte, dass Antwerpen eine einmalige Chance habe, über dieses Archiv verfügen zu dürfen: „Es kann zu wissenschaftlichen Zwecken genutzt werden, doch auch eine breite Öffentlichkeit sollte es kennenlernen. Die Art und Weise, mit der dieses Projekt aufgegriffen wurde, kann überdies der Politik als Inspiration für den Umgang mit Kulturerbe dienen.“