Aidshemmer in Belgien präventiv vergütet

Die belgische Krankenversicherung vergütet ab dem Stichtag 1. Juni 2017 die Aidshemmer Prep und Truvada (Foto) auch präventiv bei Personen aus Risikogruppen. Trotz dieser zu begrüßenden Maßnahme erinnern Fachleute daran, dass „safer sex“ noch immer das beste Mittel gegen Aids oder HIV ist. Tatsache ist auch, dass diese Mittel nicht gegen Geschlechtskrankheiten wirksam sind.
AP2012

Bisher wurden Aids hemmende Medikamente nur zurückgezahlt, wenn sich die Patienten bereits mit HIV angesteckt hatten oder wenn die Immunschwäche Aids bereits ausgebrochen ist.

Doch dies ändert sich mit dem Stichtag 1. Juni. Ab sofort werden entsprechende Mittel, wie Prep oder Truvada auch präventiv von den Kassen vergütet. Dies betrifft in erster Linie homosexuelle Männer und Einwanderer aus der afrikanischen Sub-Sahara-Region.

Jedes Jahr stecken sich in Belgien noch immer durchschnittlich etwa 1.000 Menschen aus den oben genannten Risikogruppen mit HIV an. Mit der präventiven Vergütung von Aidshemmern hoffen die belgischen Gesundheitsbehörden die Ansteckungen mit HIV bis 2023 um bis zu 3.200 Fälle zurückdrängen zu können.

Beim Institut für Tropenmedizin in Antwerpen heißt es zu den Mitteln, dass diese in etwa mit Verhütungsmitteln zu vergleichen seien. Man sollte diese Pillen täglich zu sich nehmen, mindestens aber mehrere Tage vor bzw. nach einer sexuell aktiven Periode. Dr. Bea Vuylsteke vom Institut für Tropenmedizin gab gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion zu verstehen, dass nicht Ziel sei, dass jetzt alle männlichen Homosexuellen solche Aidshemmer nehmen: „Dies soll vor allem Menschen dienen, die auf enorme Risiken eingehen.“

Wie auch immer seien diese Medikamente kein Ersatz für Kondome, so die Tropenmedizinerin: „Prep wirkt enorm effizient als Mittel gegen eine HIV-Ansteckung, ist aber bei anderen Geschlechtskrankheiten, wie Syphilis oder Gonorrhoe, nicht wirksam. Dies müssen wir genau beobachten.“