Haft für einen berüchtigten Waffenhändler

Jacques Monsieur (Foto), einer der umstrittensten Waffenhändler Belgiens, muss für drei Jahre hinter Gitter. Monsieur hatte im Zeitraum 2006 bis 2009 in großem Umfang Waffen in Konfliktgebiete geliefert. Der 64jährige Angeklagte muss zudem ein Bußgeld von 300.000 € zahlen. Das Strafmaß liegt höher, als die Staatsanwaltschaft gefordert hatte.

Um den Waffenhändler Jacques Monsieur ranken sich seit vielen Jahren Legenden. Manche halten ihn für einen Geheimagenten, andere für einen ordinären Kriminellen und wieder andere glauben, dass er ein Bisschen von allem ist. Doch jetzt fällt die Fassade, denn Waffenlieferungen an Konfliktländer haben jetzt die Schlinge um Monsieurs Hals enger gezogen.

Monsieur stand jetzt in Brüssel vor Gericht wegen illegalen Waffenlieferungen in Konfliktgebiete. Er soll im Zeitraum 2006 bis 2009 u.a. Kriegswaffen nach Libyen, Tschad, Pakistan, Guinea-Bissau und in den Iran geliefert haben.

Genauer handelte es sich dabei um 100.000 automatische Gewehre für Libyen, um 10 Panzer und 5 Hubschrauber für Guinea-Bissau, um 200.000 automatische Gewehre plus Munition, 4 Kampfhubschrauber und 2 Kampfjets an den Tschad, um Raketenwerfer und Maschinengewehre an Pakistan und um umfangreiches Militärmaterial an den Iran.

Der zuständige Richter verurteilte Jacques Monsieur zu drei Jahren Haft ohne Bewährung und zu einem Bußgeld über 300.000 €. Damit liegt das Urteil deutlich über den geforderten zwei Jahren Haft von Seiten der Staatsanwaltschaft. Der Vorwurf der Leitung einer kriminellen Vereinigung konnte nicht nachgewiesen werden.

Der Angeklagte hatte während des gesamten Verfahrens alle Vorwürfe gegen ihn zurückgewiesen. Monsieur gab stets zu verstehen, dass die ihm zur Last gelegten illegalen Waffengeschäfte als Deckmantel für die Suche nach Informationen im Auftrag verschiedener Geheimdienste unterschiedlicher Länder fungiert haben sollen.

CIA-Agent oder skrupelloser Geschäftsmann?

Doch niemals wurde wirklich deutlich, für wen Monsieur arbeiten sollte. Unter anderem wurde auch der CIA genannt, doch nachvollziehen lassen sich die Ausführungen des Angeklagten nicht. Dazu ist auch seine Vergangenheit als Waffenlieferant für dutzende Konfliktländer zu deutlich.

Jacques Monsieur lieferte seit Jahrzehnten Waffen u.a. an den Iran, an Ekuador, an die Konfliktregionen im Jugoslawien-Krieg (Kroatien und Bosnien), an Kongo-Brazzaville und viele andere Länder mehr, gegen die auch internationale Embargos bestanden.