Brexit: Kleinere Portionen via Zeebrügge exportiert

Unternehmen, die auch für den britischen Markt produzieren und die ihre Produkte über den Hafen von Zeebrügge exportieren, liefern offenbar in letzter Zeit kleinere Portionen nach Großbritannien. Das hat alles mit der Abwertung des Britischen Pfund zu tun, so die britische Tageszeitung The Guardian und die Hafenverwaltung von Zeebrügge. Die britischen Verbraucher bekommen dadurch weniger für ihr Geld aber der Handel vor Ort muss keine Preise erhöhen.
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Seit dem Referendum zum Brexit, dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, sank der Wert des Britischen Pfund um rund 15 %. Um Preiserhöhungen im britischen Einzelhandel zu vermeiden, liefern europäische Unternehmen jetzt offenbar kleinere Portionen auf die Inseln. Das betrifft in erster Linie Schokolade und Erfrischungsgetränke. Schon länger haben die britischen Verbraucher das Gefühl, ihre „Toblerone“ schrumpft und ihre Obstsaftflaschen sind nicht mehr so voll wie früher.

The Guardian hatte einen Beitrag zum Export von kleineren Portionen via Zeebrügge geschrieben und nach einem Meeting des britischen Transportministeriums mit britischen Hafenverwaltungen folge auch prompt eine entsprechende Bestätigung aus Zeebrügge. Dieser belgische Seehafen ist für den Export vom europäischen Festland nach Großbritannien ein wichtiger Standort und spürt natürlich (auch in Zoll- und Mengenfragen) jede Veränderung an den Märkten.

Konkret werden via Zeebrügge tatsächlich kleinere Schokoriegel exportiert und 1 Liter-Orangensaftflaschen haben nur noch einen Inhalt von 0,95 Litern. Die britischen Verbraucher erhalten also weniger für ihr Geld, meist ohne dies wirklich zu wissen. Dieser Vorgang kann, wenn er sich großflächig vollzieht, enorme Folgen haben, denn Großbritannien ist derzeit zu etwa 48 % des gesamten Lebensmittelmarktes vom Import abhängig…

Große Sorge bei den Häfen

Die flämische Tageszeitung De Morgen meldet am Freitag, dass sich neben Zeebrügge auch andere Häfen große Sorgen bezüglich des nahenden Brexit machen. Das betrifft unter anderem den britischen Hafen von Dover, den Hafen der irischen Hauptstadt Dublin und auch die französischen Häfen von Calais und Le Havre. Sie befürchten zusätzlich hohe Unkosten, z.B. durch den Bau von gigantischen Gebäuden für die Zollabfertigung für Reisende, LKW, Container und andere Waren und Güter.