Premier Michel zu Trump: "Ein brutaler Akt"

Der Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaabkommen von 2015 sorgt in Belgien für Verärgerung. Sowohl auf belgischer Bundes-, als auch auf flämischer Landesebene wird scharf auf Trumps Entschluss reagiert. Für Premierminister Charles Michel (MR - Foto) ist ein Versagen im Kampf gegen den Klimawandel keine Option. Flanderns Landesumweltministerin Joke Schauvliege nennt Trumps Entschluss einen „historischen Fehler“.

Bund und Länder in Belgien wollen, dass sich die EU und die anderen Länder weiter an das Abkommen von Paris halten und weiter an den gemachten Zusagen festhalten. Premier Michel reagierte dahingehend deutlich auf Trump: „Belgien unterstützt, wie die EU, das Abkommen von, Paris voll und ganz. Belgien wird dies auch weiter tun. Wir haben keine andere Wahl. Ein Versagen im Kampf gegen den Klimawandel ist keine Option, weder für unseren Planeten, noch für die uns nachfolgenden Generationen.“

Die Bundesregierung in Brüssel erwartet jetzt von der Europäischen Union, dass diese ihre führende Rolle in der Umsetzung der Pariser Klimaziele unvermindert fortsetzt. Premier Michel wird dieser Forderung im Rahmen des nächsten EU-Gipfels in Brüssel Ende Juni Nachdruck verleihen, wie er am späten Donnerstagabend in einer Mitteilung ankündigte, die auch von den beiden Vize-Premiers, Auißenminister Didier Reynders (MR) und Entwicklungshilfeminister Alexander De Croo (Open VLD) sowie von Bundesumweltministerin . Marie-Christine Marghem (MR) unterzeichnet war.

Ganz nebenbei: über seinen privaten Twitter-Account nannte Premier Michel Trumps Entscheidung „einen brutalen Akt“. Und Entwicklungshilfeminister De Croo schrieb dazu, dass sich die Flüchtlingskrise in Europa noch weiter verschärfen werde, weil der fortschreitende Klimawandel für noch mehr Trockenheit, Hungersnöte und Überschwemmungen sorge. Dies würde neue massive Einwanderungswellen zur Folge haben.

Reaktionen aus Flandern

Flanderns Landesumweltministerin Joke Schauvliege (CD&V) reagierte ebenfalls via Twitter und deutete ebenfalls an, dass Flandern und die Europäische Union mehr denn je an ihrer Führungsrolle in Sachen Klimaambitionen festhalten müssen. Sie nannte Trumps Entscheidung, das Klimaabkommen von Paris zu verlassen, einen „historischen Fehler“.

Mathias Bienstman von der flämischen Umweltvereinigung Bond Beter Leefmilieu (Bund für eine bessere Umwelt) umschrieb Trumps Vorgehensweise mit „schockierend“ und doch glaubt er, dass das Abkommen noch nicht gestorben sei: „Wir müssen amerikanischen Bundesstaaten, wie Kalifornien, die sich sehr wohl an das Abkommen halten wollen, die Hand reichen.“

Joeri Thijs von Greenpeace Flandern äußerte sich wenig diplomatisch zu Donald Trump und seinem Klimaabschied: „Präsident Trump hat der Welt seinen Stinkefinger gezeigt.“ Thijs ist der Ansicht, dass die Kehrseite dieses amerikanischen Beschlusses sei, dass eben jene USA die Früchte des Energiewandels, den sie selbst mit eingeleitet hätten, nicht miternten können: „Das können andere Länder in Europa und in Asien wohl tun.“