Brüsseler Bürgermeister Mayeur tritt Donnerstagabend zurück

Der Bürgermeister der Gemeinde Brüssel-Hauptstadt, Yvan Mayeur (Parti socialiste) war an diesem Donnerstag immer mehr unter Druck geraten. Sein Rücktritt wegen hoher und scheinbar nicht gerechtfertigter Sitzungsgelder bei der Fürsorgeeinrichtung Samusocial war sowohl von den Koalitionspartnern als auch von den Oppositionsparteien in der Brüsseler Stadt- und in der Landesregierung gefordert worden.

Der Mobilitätsminister der Region Brüssel, Pascal Smet (SP.A), hatte am Donnerstagmorgen in einem VRT-Radiointerview gefordert, Yvan Mayeur müsse von seinem Amt zurücktreten.  "Der Skandal um die für Sitzungen des Samu ocial ausbezahlten hohen Anwesenheitsgelder ist moralisch verwerflich", sagte Pascal Smet noch. Falls er dies nicht tue, würde die SP.A aus der Brüsseler Kommunalregierung austreten.

Auch die flämischen und frankophonen Christdemokraten in der Brüsseler Landesregierung forderten den Rücktritt des Bürgermeisters der Stadt Brüssel.

Innerhalb der Brüsseler Abteilung der Parti socialiste war der Druck auf Mayeur gestiegen: Parteigenosse Rudy Vervoort, der das Amt des Ministerpräsidenten der Hauptstadt-Region erfüllt, sagte, dass Mayeur sich persönlich die Frage müsse stellen, ob ein Rücktritt nicht das beste sei.

Am Vormittag hatte eine Arbeitssitzung des Stadtrats von Brüssel stattgefunden. Nach einem Gespräch mit Parteikollegin und Ex-Vizeministerin Laurette Onkelinx, wie Beobachter vermuten, teilte das Kabinett von Mayeur am späten Nachmittag mit, er werde sein Amt am Abend niederlegen.

Mayeur: Zähle meine Stunden nicht

Am Donnerstag hatte der Brüsseler Bürgermeister lediglich in einem Interview an die Zeitung "Le Soir" reagiert. Als Militant der ersten Stunde, der seine Stunden nicht zähle, seien die 1400 Euro brutto pro Monat (von denen Mayeur netto 700 Euro übrig behält) nur gerechtfertigt. Von Zusammenkünften im Feld seiner Sozialarbeit habe es tatsächlich nicht immer Berichte und Daten gegeben.