Philippe Close (PS) wird Bürgermeister in Brüssel

Die Mehrheit aus Sozialisten und Liberalen in der Brüsseler Stadtregierung hat beschlossen, Philippe Close das Bürgermeisteramt zu übertragen. Die flämischen Sozialisten (SP.A) sind aus der Koalition ausgetreten.

Am Freitagnachmittag hat die Mehrheitskoalition (PS, Open VLD und MR) in der Brüsseler Stadtregierung beschlossen, den Brüsseler Sozialisten und amtierenden Stadtrat für Tourismus, Finanzen und Personal, Philippe Close, zum neuen Oberhaupt der Gemeinde Brüssel zu ernennen.

Philippe Close war zuvor als Kabinettschef von Freddy Thielemans (Vorgänger von Mayeur bis 2013) tätig gewesen. Seitdem war der 46-Jährige nicht nur Schöffe (Stadtrat), sondern ebenfalls Mitglied des Brüsseler Landesparlaments (seit 2009) und in vielen Verwaltungsräten von städtischen Unternehmen vertreten.

Bei den Gemeinderatswahlen von 2012 hatte Close den neunten Platz bei den Vorzugsstimmen (1.998) belegt. Ironie des Schicksals: Close war bereits 2013 als möglicher Nachfolger von Thielemans im Rennen, als Yvan Mayeur ihm dïeses Amt, u. a. dank der Unterstützung der Brüsseler Sozialistin Onkelinx, wegschnappte.

Projekt Brüssel fortsetzen

Der Stadtrat von Brüssel hat den neuen Bürgermeister am Nachmittag im gotischen Saal des Brüsseler Rathauses vorgestellt.

Close sagte, er wolle das Projekt Brüssel fortsetzen und in den nächsten Monaten Transparenz über die Mandate und Nebentätigkeiten schaffen. "Ich persönlich habe kein Privatmandat. Ich habe nur einen Job", sagte Close.

SP.A: Ohne uns

Die flämischen Sozialisten, die bis dato zur Mehrheit gehörten, werfen das Handtuch. Sie weigern sich, den Skandal um die überhöhten Sitzungsgelder des zurückgetretenen Bürgermeisters mit einem Postenwechsel abzuschließen. John Crombez, der SP.A-Vorsitzende, forderte ein Wechsel des Systems in der Brüsseler Stadtpolitik.