Flanderns Unternehmer fordern Klimaschutz

Voka, der Unternehmerverband des belgischen Bundeslandes Flandern, forderte im Rahmen seiner Fachtagung in Antwerpen mehr Nachhaltigkeit und zwar auf vielerlei Ebenen, z.B. im Bereich Klimaschutz. Die Unternehmer deuteten auch an, noch immer auf die von der Regierung angekündigten Reformen zu warten, die bereits seit langem angekündigt seien.

Der Voka-Vorsitzende Paul Kumpen (Foto oben) sagte in seiner Ansprache vor dem Mitgliedern seines Verbandes, dass die flämischen Unternehmer die Sache selbst in die Hand nehmen sollten. Sie selbst sollen Vorreiter eines offenen wirtschaftlichen Klimas im Hinblick auf den internationalen Handel sein. Der Titel des Kongresses, „Offene Unternehmen in einer offenen Welt“, ist denn auch nicht zufällig gewählt.

„Wenn wir nicht genug exportieren, sinkt irgendwann auch der Import und damit letztendlich auch unser Wohlstand. Deshalb müssen wir gerade mehr in Länder exportieren, die schneller als das älter werdende Europa wachsen.“, so Kumpen. Innovation, Wissenschaftszentren und das Hochschul- und Universitätswesen können laut Kumpen zu neuen Produkten und Technologien führen, die ein neuer Rohstoff für Flandern sein könnten. Deshalb fordert Voka auch, dass 3 % des belgischen Brutto-Inlandsprodukts in die Innovation fließe sollte. Bisher liegt dieser Wert bei 2,54 %.

Europa spiele auch für Flandern eine wichtige Rolle, so der Unternehmerverband. „Mehr denn je müssen unsere politischen Führungskräfte auf europäischer Ebene Abkommen schließen, die unsere Gesellschaft auf morgen vorbereiten.“, so Paul Kumpen.

"USA begehen historischen Irrtum"

Voka-Vorstand Kumpen nannte den Ausstieg der USA aus dem Pariser Umweltabkommen einen „historischen Irrtum“. Gleichzeitig aber stimmt es ihn hoffnungsvoll, dass gerade amerikanische Unternehmen in dieser Frage gegen ihren neuen Präsidenten Donald Trump in dieser Sache vorgehen. Diese Unternehmen würden ihre Verantwortung übernehmen, was im Bereich Klimaschutz auch in Flandern der Fall sei: „Auch in Flandern bringen Firmen große Leistungen. Der Switch in Richtung Nachhaltigkeit findet statt.“

Appelle an die Politik

Voka-Präsident Kumpen rät der Politik im eigenen Lande, sich offener zu zeigen: „Wir brauchen keine Raffgier in allerlei Kommunalverbänden, keine leeren Worte, keinen Zank und keine Streitereien. Lasst uns ganz einfach das Koalitionsabkommen ausführen: Einführung einer Energienorm, Reform des Indexes, Reform der Unternehmersteuer ohne Mehrwertsteuer und die Luftfahrt..“ Und Flandern müsse für den Unternehmerverband mehr auf Mobilität, duales Lernen und Innovation setzen.

Flanderns Ministerpräsident Geert Bourgeois (N-VA) sagte, dass die Botschaft angekommen sei und begrüßt die Tatsache, dass Voka Nachdruck auf Klima, offene Unternehmerschaft und Export liegt: „Wir teilen absolut die gleichen Ansichten.“ Sein Bundesland investiere heute schon vergleichsweise mehr in Forschung und Entwicklung, als Belgien und man habe bereits beschlossen, entsprechende Investitionen noch zu erhöhen: „In den kommenden Jahren sind weitere Erhöhungen vorgesehen.“