Nackt auf dem Rad durch Brüssel

Das Wetter war natürlich ideal: Am Samstagnachmittag fand zum zwölften Mal Cyclonudista statt. Die Organisatoren zählten etwa 200 Teilnehmer, die im Adam- oder Evakostüm durch die belgische Hauptstadt fuhren, um klar zu stellen, dass Radfahrer noch immer so genannte schwache Verkehrsteilnehmer sind.

„Wenn wir nackt radeln, sind wir hoffentlich nicht mehr zu übersehen“, so Organisator Jerome Jolibois. „In letzter Zeit häufen sich wieder Unfälle mit Radfahrern. Viele Auto- und LKW-Fahrer behaupten dann oft, sie hätten uns nicht gesehen.“ Mit der Aktion sollen Radfahrer im hauptstädtischen Verkehr sichtbarer werden.

Die Teilnehmer kritisieren auch die Rolle, die der PKW noch immer im Verkehr spielt. „Die Prioritäten liegen völlig verkehrt“, so Jolibois. „Nacktradelen schockiert, umweltschädliche Autos aber nicht. Da stimmt doch etwas nicht. Der Mensch, der Fußgänger, der Radfahrer muss wieder Vorrang kriegen vor dem Auto. Es wird höchste Zeit, dass die Politik dies endlich einsieht und die notwendigen Anpassungen der Verkehrsinfrastruktur in Angriff nimmt. Wir brauchen mehr und sicherere Radwege.“