Vier Festnahmen nach missglücktem Anschlag

Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Mittwochabend bei mehreren Hausdurchsuchungen in Brüssel vier Personen festgenommen, die dem Haftrichter vorgeführt werden. Diese Aktionen fanden im Zuge der Ermittlungen nach dem missglückten Anschlag am Dienstagabend im Brüsseler Zentralbahnhof statt, bei dem der Attentäter von einem Soldaten niedergeschossen wurde und dabei ums Leben kam.

Die Hausdurchsuchungen fanden in drei Stadtteilen der belgischen Hauptstadt statt und zwar an zwei Stellen in Koekelberg sowie in Molenbeek und in Anderlecht. Dabei wurden vier Personen vorläufig festgenommen und zu Verhören abgeführt. Diese Verdächtigen, mit denen der Attentäter vor dem gescheiterten Anschlag Kontakt hatte, werden dem Haftrichter vorgeführt, der entscheiden muss, ob U-Haft angeordnet werden kann.

Inzwischen wurde auch bekannt, dass die Ermittler in der Wohnung von Oussama Zariouh in Molenbeek Hinweise gefunden haben, die auf eine radikale islamistische Gesinnung schließen lassen und auf eine Identifikation mit der Terrorgruppe IS. Zudem gehen Polizei und Staatsanwaltschaft davon aus, dass der alleine handelnde Mann seine Bombe selbst gebastelt hat. Es fanden sich entsprechende Chemikalien und Bauteile, die darauf schließen lassen.

Zariouh hatte am Dienstagabend versucht, im Brüsseler Zentralbahnhof seine Bombe zu zünden, doch diese Sache ging gründlich daneben. Es zündete lediglich der Zünder und mehr als eine Explosion mit Stichflamme kam dabei nicht heraus. Kurz danach war der Attentäter auf einen Soldaten zugelaufen, der ihn niederschoss. Ersten Ermittlungen zufolge handelte der Soldat mit seinen Schüssen aus einer Schnellfeuerwaffe legitim.