Nach 240 Jahren hängt dieser Rubens wieder in Antwerpen

Fast zweieinhalb Jahrhunderte nachdem die "Rückkehr der Heiligen Familie" aus der Borromeuskirche in Antwerpen verschwunden war, hängt dieser Rubens seit Freitag wieder an seinem angestammten Platz. Das Altarstück wurde vollständig restauriert und ist das erste Werk des berühmten flämischen Barockmalers, das in die Kirche zurückkehrt.

Das Gemälde von Peter Paul Rubens ist selbst über 400 Jahre alt. Es war eine Bestellung des damaligen Bürgermeisters Nicolas Rockox, ein guter Freund des Malers, der es für die funkelnagelneue Borromeuskirche bestellt hat.

Das monumentale Altarbild schmückt jetzt wieder den Josef-Altar, über den es auch anfangs gehangen hatte.

1718 in Schutt und Asche

Die Borromeus-Kirche hing voller Kunstwerke und zählte bisweilen über 40 Gemälde allein von Peter Paul Rubens. Aber bei einem verheerenden Brand im Jahr 1718 gingen nicht nur die Bilder in Flamen auf, sondern auch die Malereien an der Decke, die von Rubens stammten.

"Die Rückkehr der heiligen Familie" war eines der wenigen Bilder, das - zwar beschädigt - dennoch gerettet werden konnte.

Als der Jesuitenorden gut ein halbes Jahrhundert nach dem Brand einging, wurden alle Kunstwerke des Ordens versteigert. So gelangte das Rubensgemälde 1871 nach New York ins Metropolitan Museum.

Gründliche Restaurierung

Leider ließen die Restaurierungkünste des New Yorker Museums zu wünschen übrig. Schlimmer noch: Sie beschädigten das Werk zusätzlich, sodass man sogar vermutete, es sei kein Rubens. Also wanderte der Rubens wieder ab ins Bilderdepot, bis es dem Metropolitan Museum gelang, das Bild in den 1980er Jahren weiterzuverkaufen. Als es 2011 erneut auf einer Versteigerung angeboten wurde, griff die Kirchenfabrik zu.

Nach einer gründlichen und professionellen Restaurierung sieht man den Unterschied klar und deutlich: "Wir haben so viel Schmutz und Farbreste entfernen müssen, dass man jetzt von einem ganz neuen Gemälde sprechen kann."

"Man kann den Pinselstrich von Rubens sehr gut erkennen: an den Zügen der Jungfrau und an der Darstellung von Gott", erklärt Try Baudouin, verantwortlich für die Kunstsammlung in der Kirche: "Natürlich hat Peter Paul Rubens dieses Altarwerk nicht allein gemalt, sondern war sein Malerateiler maßgeblich beteiligt, aber wenigstens erkennt man heute wieder die Handschrift."