Prinzessinnen wegen Menschenhandels verurteilt

Die "acht arabischen Prinzessinnen aus dem Conrad-Hotel" sind wegen Menschenhandels und Freiheitsberaubung zu 15 Monaten Haft und einer Geldstrafe von 1,3 Millionen Euro verurteilt worden. Weil das Urteil auf Bewährung ausgesprochen wurde, müssen die Witwe und die sieben Töchter eines Scheichs nicht hinter Gitter und auch nur die Hälfte der Strafe zahlen.
BELGA

Die steinreiche Familie aus den arabischen Emiraten hatte monatelang das ganze vierte Stockwerk des Conrad-Hotels gemietet. Eine der Töchter ließ eine Fruchtbarkeitsbehandlung in einer Brüsseler Klinik vornehmen.

Rund um die Uhr im Dienst

Auch das Dienstpersonal, darunter 20 Mädchen und Frauen verschiedener Nationalitäten, war mit der Familie in das Hotel gezogen.

Die Dienstboten schliefen auf Matrazen vor den Zimmern und mussten rund um die Uhr anwesend sein. Es war ihnen strengstens verboten, das Stockwerk zu verlassen. Die Hausangestellten hatten keinen Kontakt mit Angehörigen, bekamen keinen Urlaub und mussten ihre Reisepässe abgeben.

Eines der Opfer hatte 2008 erstmals eine Aussage gemacht. Aufgrund verfahrenstechnischer Verzögerungen dauerte es 10 Jahre bis der Prozess gegen die Familie wegen Freiheitsberaubung und Menschenhandels geführt werden konnte.

 

Das Brüsseler Gericht erachtet es als erwiesen, dass die  nieteuropäischen Dienstmädchen menschunwürdig behandelt und ihrer Freiheit beraubt wurden.

Die belgischen und französischen Mädchen im Dienste der Witwe aus dem Arabischen Emiraten wurden besser behandelt, urteilte das Gericht.

Die Anwälte der Zivilklägerinnen sind zufrieden: "Der Richter hat sich getraut, von "Sklaverei" zu sprechen, ein sehr wichtiges Signal und eine schwere Verurteilung für die Prinzessinnen", sagte Anwalt Alexis Deswaef.