Van Rompuy warnt: "Populismus könnte in 3-4 Jahren zurück sein"

Dem ehemaligen Präsidenten des Europäischen Rates, Herman Van Rompuy, zufolge, habe der Populismus in Europa nur einen Gegenschlag einstecken müssen. Der Belgier warnt deshalb vor einem Wiederaufleben des Populismus in 3 bis 4 Jahren und schaut dabei in Richtung des neuen französischen Präsidenten. "Sollte Emmanuel Macron scheitern, wird es auch für Frankreich und Europa nicht gut aussehen", so Van Rompuy in der VRT-Polittalkshow "De zevende dag".

Es sei eben nur eine Niederlage und kein Gnadenstoß für den Populismus gewesen, meint der ehemalige Präsident des Europäischen Rates.

"Wenn wir auf nationaler und europäischer Ebene nicht an einer neuen Art von Modell arbeiten, bei dem wir unsere offene Wirtschaft und Demokratie wahren, sie aber gleichzeitig vor Massenimmigration, Arbeitslosigkeit, Terrorismus, Sozialdumping und Steuerparadiesen schützen, denke ich, dass der Populismus in drei bis vier Jahren wieder zurück sein wird."

Nach Auffassung von Herman Van Rompuy werde der französische Präsident Emmanuel Macron eine wichtige Rolle spielen. "Macron ist ein Geschenk für Frankreich und für Europa. Er muss nun in den nächsten sechs Monaten beweisen, dass Frankreich erneut zu einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft werden kann."

In diesem Fall werde Deutschland erstmals in Jahren Frankreich wieder als Partner haben, betonte Van Rompuy am Sonntag.

"Merkel wartet schon seit Jahren darauf. Macron hält alle Trümpfe in Händen. Doch 'the proof of the pudding is in the eating'. Sollten ihm seine Reformpläne gelingen, liegt nach den Wahlen in Deutschland ein Plan bereit, um das europäische Projekt wieder in Gang zu setzen. Scheitert er, sieht es für Frankreich und Europa nicht gut aus.