Zehntausende zur Menschenkette gegen Pannenkraftwerke erwartet

An die 30.000 Menschen werden an diesem Sonntag zur geplanten 90 Kilometer langen Menschenkette gegen die Atomkraftwerke Tihange und Doel erwartet. Die Kette soll vom Standort des Atomkraftwerks Tihange (Huy) in der Provinz Lüttich bis nach Achen in Deutschland verlaufen.

Die Veranstalter rechnen damit, dass sich viele Demonstranten spontan der Kette anschließen werden. "Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass zahlreiche Menschen, die sich nicht angemeldet haben, im letzten Moment hinzustoßen", so  Marc Alexander, einer der Initiatoren der Kette.

Die Veranstalter fordern eine sofortige Schließung der beiden Aomreaktoren Tihange 2 und Doel 3. Schon vor mehreren Jahren wurden bei den Reaktoren tausende kleine Risse in den Reaktorbehältern entdeckt. Auch Experten zweifeln inzwischen and der Sicherheit der Reaktoren. Doch die belgische Atomaufsichtsbehörde, die Föderalagentur für Nuklearkontrolle (FANK) hat nach Untersuchungen entschieden, dass die Reaktoren am Netz bleiben dürfen.

Nicht nur Anwohner machen sich Sorgen, auch zahlreiche Gemeinden in den Gegenden der Reaktoren sowie Organisationen in Belgien, den Niederlanden und Deutschland sind beunruhigt. Letztere haben entschieden, an diesem Sonntag auf die Straße zu gehen, um ihr Ungenügen über die belgische Laxheit auszudrücken.

Die Organisatoren drängen zudem auf einen sofortigen Umstieg auf erneuerbare Energien. Energie sollte für alle finanziell zugänglich sein und die Belegschaft der Atomkraftwerke müsste in diese Umstellung mit eingebunden werden, betont Alexander.

Die Direktion des Kraftwerks von Tihange hat Vertreter der Demonstrationskette zu einem "offenen Dialog" eingeladen. Der auserwählte Moment hierfür sei jedoch kein guter, lassen die Veranstalter wissen. Die Verantwortlichen des Kraftwerks möchten uns an diesem Sonntag treffen, zu einem Zeitpunkt, in dem wir beschäftigt sind, eine Menschenkette zu bilden, heißt es bei den Veranstaltern.