Skandale: Neues zu Samusocial und Vivaqua

Die im Kreuzfeuer der Kritik stehende Vereinigung für Obdachlosenhilfe in Brüssel, Samusocial, hat nach einer Prüfung der Buchhaltung im Jahr 2015 ein Defizit von 11.000 € eingefahren, für das es keine Erklärung gibt. Zudem hat die Vereinigung Schulden beim Landesamt für Sozialsicherheit, konnte aber von Steuergeschenken profitieren.

Auch bei Vivaqua wurde bekannt, dass die Verwalter hohe Vergütungen einstreichen konnten. Teilweise waren dies die gleichen Personen, wie bei Samusocial.

11.000 € Defizit in der Buchhaltung 2015 bei der Brüsseler Obdachlosen-Vereinigung Samusocial lassen sich nicht erklären. Dies hat eine Prüfung der Bücher bei der umstrittenen Vereinigung ergeben, wie der private Fernsehsender RTL-TVi meldet. Der Skandal um überzogene Vergütungen für Vorstands- und Verwaltungsratsmitglieder bei Samusocial hatte für einen allgemeinen Umbruch in der Politik in Brüssel und Wallonien geführt, denn fast alle negativ betroffenen Personen sind führende Mitglieder der frankophonen Sozialisten PS.

Doch die Peinlichkeiten reißen nicht ab. Neben dem 11.000 € großen Bilanzloch in der Buchhaltung 2015 fällt auch auf, dass Samusocial seit fünf Jahren Schulden beim Landesamt für soziale Sicherheit (RSZ) hat, doch 2014 gewährte dieses Amt Samusocial offenbar eine Schuldentlastung um 220.000 € - quasi ein Steuergeschenk in Höhe der ausstehenden Summe aufgeteilt in mehrere Teilbereiche, wie RTL-TVi dazu meldet.

BELGA/LAMBERT

Auch Vivaqua scheint betroffen

Kurz vor dem Ausbruch des Samusocial-Skandals gewährten sich die Verwalter der Wasserversorgungs-Gesellschaft Vivaqua, ebenfalls eine sogenannte „Interkommunale“ - also ein Gemeindeverband, eine jährliche Aufwandsentschädigung über 56.546 € Brutto für jedes Ratsmitglied. Kritik an diesem Vorgang weisen die beiden Geschäftsführer von Vivaqua zurück.

Vivaqua sei ein Unternehmen mit fast 1.500 Mitarbeitern, das einen Jahresumsatz von rund 270 Mio. € jährlich generiere und das einen Wasserverbrauch von 132,4 Mio. Kubikmetern verwalte. Dies bringe eine große Verantwortung für die Verwalter mit sich. Einer der Verwaltungsratsmitglieder ist übrigens der frankophone Sozialist Yvan Mayeur, der unter politischem Druck nach Samusocial zurückgetretene Bürgermeister von Brüssel.