"Neue Richtlinien nach Gewalt gegen Polizisten"

Belgiens Justizminister Koen Geens (CD&V) will, dass neue Richtlinien zur Täterverfolgung nach Gewalt gegen Polizisten ergriffen werden. In den vergangenen Tagen kam es wiederholt zu verbaler und physischer Gewalt gegen Polizeibeamten in und um Antwerpen.
Yassine Atari

Am Montagabend wurden in Antwerpen zwei Polizisten verletzt, als sie versuchten, am Rande der Kirmes „Sinksenfoor“ einen Streit zwischen zwei Jugendbanden zu schlichten. Dabei griff eine der beiden Gruppen die Beamten tätlich an. Einer der Streifenbeamten wurde zu Boden geschlagen, wonach ihm ins Gesicht getreten wurde und der zweite Polizist wurde mit Schlägen traktiert.

Allerdings konnte einer der mutmaßlichen Täter festgenommen werden. Nur wenige Tage zuvor wurden Polizisten im Antwerpener Ortsteil Borgerhout während eines Einsatzes nach einem Unfall von Unbekannten mit Eiern beworfen (Foto oben). Justizminister Geens (kl. Foto) von den flämischen Christdemokraten CD&V will jetzt erreichen, dass die Justiz einfacher gegen Täter nach Gewalt gegen Polizisten vorgehen kann.

Nach Ansicht von Antwerpens Bürgermeister Bart De Wever (N-VA) und dem Korpschef der Polizei in der Scheldestadt, Serge Muyters, kommt es seit Ende der 1990er Jahre vor allem in Borgerhout regelmäßig zu Gewaltausbrüchen gegen Polizisten und zwar zumeist während oder nach dem Ramadan, dem Fastenmonat der Moslems. Deshalb wird die Polizeipräsenz dort verstärkt.

Die Vorsitzende der Distriktbehörde von Borgerhout, Stephanie Van Houtven (SP.A)n ruft unter dessen dazu auf, die Ruhe in dem Stadtteil wieder einziehen zu lassen. Sie fordert zum einen mehr Stadtstewards und Viertelbeamten und zum anderen einen Dialog zwischen den dort lebenden Gemeinschaften und den Behörden. Dies würde eher Früchte tragen, als ein repressives Auftreten der Polizei, so die flämische Sozialistin.

Zwei Verdächtige in Polizeigewahrsam

Zwei der Täter, die am Montagabend am Rande der Antwerpener Kirmes „Sinksenfoor“ zwei Polizisten verletzt haben, befinden sich in Polizeigewahrsam. Bei den beiden handelt es sich um zwei Brüder aus dem Antwerpener Stadtteil Merksem, wie die Polizei angibt.

Einer der beiden Brüder, ein 15 Jahre alter Minderjähriger, wurde am Dienstagabend verhaftet und muss vor dem Jugendrichter erscheinen. Der Jugendliche gestand bei einem Verhör, dass er an der zuvor erfolgten Schlägerei beteiligt war. Sein 23 Jahre alter Bruder stellte sich am Mittwochmorgen selbst der Polizei.