Cyberangriff trifft auch Unternehmen in Belgien

Auch in Belgien haben Unternehmen Probleme durch den weltweiten Cyberangriff. Etwa 15 Unternehmen sind hier davon betroffen, von denen die Mehrzahl allerdings Niederlassungen von multinationalen Firmen sind. Am stärksten betroffen sind die Reederei Maersk (Archivfoto) im Hafen von Zeebrügge und das Kurierunternehmen TNT/Fedex am Lütticher Flughafen.

Beim Sortierzentrum von TNT/Fedex am Lütticher Flughafen Bierset (kl. Foto) stapeln sich seit dem Cyberangriff bereits rund 100.000 Paketen und Sendungen. Dort konnte in der Nacht zum Mittwoch keine Maschine landen oder starten und kein LKW konnte den Standort beladen verlassen. Normalerweise finden in Bierset pro Nacht etwa 40 Flugbewegungen statt und zwischen 90 und 100 Lastwagen verlassen das Sortierzentrum in Richtung der Lieferadressen der Sendungen. Bei TNT/Fedex sind offenbar mehrere Standorte in Europa von dem Angriff betroffen, u.a. auch der in Machelen in Flämisch-Brabant.

Im Hafen von Zeebrügge ist das APM-Containerterminal der dänischen Reederei Maersk betroffen. Dort arbeitet man derzeit auf manuelle Weise. Die sieben Containerkräne bei APM können aber derzeit nur langsam arbeiten, was für Verspätungen sorgt, wovon sowohl Schiffe, als auch Züge und Lastwagen betroffen sind. Mehrere Containerfrachter von Maersk konnten nicht beladen oder gelöscht werden und andere Schiffe mussten vor dem Hafen vor Anker gehen, weil die Kommunikation versagte. Der Standort von Maersk im Antwerpener Hafen ist nicht von dem Problem betroffen.

Auch das Antwerpener PR- und Reklameunternehmen These Days, dass zur WPP-Gruppe gehört, ist von der Cyberattacke betroffen, kann aber weitgehend weiterarbeiten. Nach Angaben von Unternehmenschef Erwin Jansen hat das Sicherheitssystem bei WPP gut funktioniert und den Angriff teilweise abwehren können. Zudem verfügt These Days über ausreichend Back-ups. Weitere in Belgien betroffene Unternehmen sind die Bank BNP Paribas, das Pharmaunternehmen MSD und Merck, Procter & Gambler und Mondelez sowie SES VanderHave, ein Unternehmen, das u.a. Saatgut für Zuckerrüben produziert. Alle Unternehmen werden zumindest in Teilbereichen von Viren angegriffen, die Inhalte blockieren und diese nur nach Zahlung eines „Lösegeldes“ wieder freigeben.

Nach Angaben des Cyber Emergency Teams (crt) der belgischen Bundesregierung sind derzeit keine staatlichen oder regionalen Behörden von der Cyberattacke betroffen. Das Team verfolgt die Ereignisse rund um die Uhr.