Bombardier wieder gegen De Lijn vor dem Staatsrat

Der kanadische Schienenfahrzeughersteller Bombardier Transportation zieht erneut gegen eine Auftragserteilung der flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn an das Konkurrenzunternehmen CAF vor den belgischen Staatsrat. Bombardier hatte bei einem Mega-Auftrag zum Bau neuer Straßenbahnzüge das Nachsehen gegenüber CAF.
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Bombardier Transportation will weiterhin nicht hinnehmen, dass die belgische Filiale der Gruppe in Brügge (Foto) einen Mega-Auftrag für den Bau von 146 Niederflur-Straßenbahnen nicht bekommen hat. Im Juni erteilte De Lijn dem spanischen Schienenfahrzeughersteller CAF einen ersten Teilauftrag zum Bau von 24 Trams. Insgesamt beläuft sich der Auftrag auf ein Volumen von rund 295 Mio. €. Auch wenn Bombardier in diesem Fall eine Kooperation mit CAF angeboten wurde, zieht das Unternehmen einmal mehr vor den Staatsrat.

Mieke Delarivière, die Sprecherin von Bombardier Transportation in Brügge, begründete den Schritt damit, „dass De Lijn nicht sorgfältig genug auf die Bedenken des Staatsrates eingegangen ist.“ Bereits im November 2016 hatte der Staatsrat in Brüssel eine erste Auftragserteilung aufgehoben.

Der Staatsrat in Brüssel urteilte damals, dass die beiden um den Auftrag ringenden Hersteller Bombardier und CAF von De Lijn in der Ausschreibung nicht gleich behandelt worden seien. Der Rat wird sich mit dem neuen Vorgang am 7. Juli beschäftigen. Ein Urteil wird erst später erwartet.

De Lijn erteilte Bombardier im Juni noch einen Auftrag zur Modernisierung von 53 sogenannten „Hermelin-Trams“ für Antwerpen im Umfang von 23 Mio. €, doch mit diesen „Trostpreis“ gibt sich der in einer Umstrukturierung befindliche weltumspannende kanadische Konzern deutlich nicht zufrieden.