16 belgische Radprofis bei der Tour de France

Wenn in Düsseldorf mit dem Einzelzeitfahren als Prolog der Startschuss für die 104. Tour de France gegeben wird, dann sind unter den teilnehmenden Radprofis auch 16 Belgier. Für einen Toursieg kommt wohl keiner von ihnen in Frage, aber der eine oder andere Etappensieg wird schon in Angriff genommen. Zu den drei belgischen Mannschaften gehören potentiell zwei Teams, die hier um Punkte mitfahren.

Diese beiden Mannschaften sind Quick-Step Floors und Lotto-Soudal, zwei Traditionsmannschaften mit inzwischen recht beeindruckenden Resultaten bei Frankreich-Rundfahrten. Zwei Belgier hat Quick Step im diesjährigen Aufgebot und dass sind Philippe Gilbert und Julien Vermote. Gerade Gilbert wird wohl versuchen, einen Etappensieg zu erringen, doch auch er steht, wenn nötig, in Diensten des deutschen Sprinters Marcel Kittel.

Bei Lotto-Soudal dreht sich ebenfalls einiges um einen deutschen Fahrern, nämlich um den Sprinter André Greipel (Foto). Um Ihn kümmern sich bei Lotto gleich vier Belgier: Thomas de Gendt, Tim Wellens, Tiesj Benoot und Jurgen Roelandts. Mit Wellens und Benoot hat die Lotto-Mannschaft durchaus talentierte junge Fahrer am Start, denen einiges zuzutrauen ist.

Die dritte belgische Mannschaft bei der diesjährigen Tour de France ist Wanty-Groupe Gobert, die eine Wildcard von den Organisatoren erhielt. Die vier bei diesem Team startenden Belgier sind allesamt Tour-Debütanten, die bei ihren ersten Mal vor allem Erfahrungen sammeln sollen: Frederik Backaert, Thomas Degand, Pieter Vanspeybroeck und Guillaume Van Keirsbulck. Sie alle wollen angreifen, wie sie andeuteten. Abwarten. Auf jeden Fall kann sich hier ein Team mit jungen Fahrern in Szene setzen.

2017 Tim de Waele

Der belgische Meister

Im Trikot des belgischen Landesmeisters will der AG2R-Fahrer Oliver Naesen (Foto) für Furore sorgen. Eigentlich sollte Naesen neben seinem Landsmann Jan Bakelandts bei der französischen Mannschaft voll und ganz im Dienst von Romain Bardet stehen, denn AG2R will dieses Jahr bei der Tour im eigenen Land deutlich wieder punkte.

Doch die Tatsachen, dass er vor einer Woche den belgischen Landestitel holen konnte, bietet ihm die Chance, auch im Rahmen seiner Mannschaftsarbeit eigene Akzente zu setzen. Dies räumt ihm AG2R zumindest ein, denn auch hier freut man sich darüber, dass ein Fahrer in den Farben seines Landes an der Tour teilnimmt…

2017 Tim de Waele

Erfahrung und Nachwuchs

Greg Van Avermaet (Foto) ist inzwischen einer der erfahrensten Radprofis in Belgien und er machte bereits in den vergangenen beiden Jahren in Frankreich von sich reden. Er gewann in den beiden vergangenen Jahren jeweils eine Etappe und letztes Jahr trug er, wenn auch nur kurz, das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Seine amerikanische BMC-Mannschaft will ihm ein gewisses Maß an Freiraum bieten, was er auch nutzen möchte. Im Falle des Falles aber steht auch Avermaet seinem Kapitän Richie Porte zur Seite, denn BMC hat mit dem Australier viel vor bei der Runde…

Die drei letzten hier vorgestellten belgischen Tour-Teilnehmer sind jeweils die einzigen Landsleute in ihren Mannschaften. Hierbei handelt es sich aber durchaus um starke Fahrer, sonst wären sie wohl kaum bei internationalen Teams unter Vertrag. Da wäre zum Beispiel Jens Keukeleire (Foto), der für das australische Orica-Scott-Team fährt. Sein Sieg bei der Flandernrundfahrt in diesem Jahr besorgte ihm sein zweites Tour-Ticket.

Radsportfans sollten auf jeden Fall auch Serge Pauwels (Foto oben) im Auge behalten. Pauwels, der im vergangenen Jahr am Mont Ventoux Zweiter wurde, fährt für die südafrikanische Mannschaft Dimension Data und hat hier Mannschaftskollegen, wie Edvald Boasson-Hagen, Mark Cavendish oder Bernard Eisel. Pauwels will unbedingt dieses Jahr eine Etappe gewinnen. Mal sehen, wer ihn dabei unterstützt. Letzter Fahrer im belgischen Reigen ist Dimitri Claeys, der für das französische Cofidis-Team fährt. Claeys hat sich bei den Profis bisher nicht wirklich durchsetzen können. Bei der Tour 2017 ist sein Auftrag, den Sprinter Nacer Bouhanni nach Kräften zu unterstützen.

2017 Tim de Waele

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