Flandern: Flüchtlinge finden hier rasch(er) Arbeit

Nach Angaben der zuständigen Behörden findet jeder zweite im belgischen Bundesland Flandern gemeldete Flüchtling nach rund zwei Jahren einen Arbeitsplatz. Damit schneidet Flandern in dieser Hinsicht besser ab, als Schweden oder Deutschland. Die EU-Kommission will jetzt die flämische Herangehensweise in dieser Hinsicht als Beispiel für die anderen europäischen Mitgliedsländer nehmen.

Nach einer Meldung der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd hat das Landesarbeitsamt VDAB zum ersten Mal seit dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle 2015, als sich hier rund 45.000 Asylbewerber angemeldet hatten, eine Sicht darauf, wie dieser Personenkreis in den Arbeitsmarkt integriert werden kann.

Obschon es keine dementsprechenden Statistiken dazu gibt, kann das flämische Arbeitsamt VDAB feststellen, dass im Zeitraum Januar 2015 bis April 2017 etwa 20.000 Personen mit Migrationshintergrund, bzw. aus einem anderen Sprachenkreis als den drei belgischen Landessprachen (NL/F/D) als Arbeitsuchende haben registrieren lassen. Die übergroße Mehrheit dieser Personen ist Flüchtling und fast die Hälfte dieser Leute haben inzwischen hier einen Job gefunden.

Im Vergleich zu Schweden oder Deutschland, wo ebenfalls gute Resultate in dieser Hinsicht erzielt werden können, sind die Werte nicht ganz so hoch, wie im belgischen Bundesland Flandern. Aus diesem Grund empfiehlt die Europäische Kommission den EU-Mitgliedsländern, sich die flämische Herangehensweise zum Beispiel zu nehmen.

Integration durch Arbeit funktioniert

In Flandern können Neuankömmlinge mit Migrationshintergrund, die eine andere Sprache sprechen, recht schnell eine Beschäftigung finden, auch wenn sie der hier geltenden niederländischen Amts- und Landessprache Niederländisch noch nicht wirklich mächtig sind. Sie lernen die Sprache am Arbeitsplatz nach dem Motto „Integration durch Arbeit“. Auf diesem Weg können Trajekte auf Maß für die arbeitsuchenden Einwanderer entwickelt werden.

Doch das alles bleibt weiter eine große Herausforderung. Auch und gerade angesichts der neuesten Flüchtlingswelle, die viele junge Afrikaner ohne nennenswerte Bildung oder Ausbildung nach Europa bringt. Mit diesen Menschen müsse man bei null beginnen, heißt es beim Arbeitsamt VDAB dazu und dies erfordere eine intensive Beschäftigung mit jedem einzelnen Flüchtling.