Umfrage: Sozialisten in Belgien verlieren deutlich

Aus einer geheimen Umfrage, die die frankophonen Liberalen der MR in Auftrag gegeben haben, ist ersichtlich, dass die sozialistischen Parteien sowohl in der Wallonie und in Brüssel (PS), als auch in Flandern (SP.A) schwer Federn lassen müssen. Sie verlieren deutlich in der Gunst der Wähler. Laut der französischsprachigen Wirtschaftszeitung L’Echo, die Einblicke in die Resultate dieser Umfrage hatte, profitiert die linksextreme PTB vom Niedergang der Sozialisten.

Wenn an diesem Wochenende in Belgien gewählt werden würde, dann hätten die Sozialisten im ganzen Land schwer zu schlucken. Laut einer geheimen Umfrage, die die frankophone Reformbewegung MR (die Partei von Premierminister Charles Michel) bei einem Institut in Auftrag gegeben hatte, das auch mit dem frankophonen Rundfunk RTBF und der Tageszeitung La Libre Belgique arbeitet, würde die linksextreme PTB die stärkste Partei in der Wallonie.

Die derzeit vor allem in Brüssel in Skandale verwickelte PS käme jetzt nur noch auf 16 %, die Hälfte des Ergebnisses der letzten Parlamentswahlen von 2014. Das ist ein historischer Tiefpunkt für die Partei von Ex-Premier Elio Di Rupo. Von den Skandalen um die PS (Publifin in Wallonien und Samusocial in Brüssel) profitieren wohl am meisten die Linksextremen der Arbeiterpartei PTB, die mit 24,9 % die stärkste Partei im französischsprachigen Spektrum in Belgien würde. 2014 erzielte die PTB gerade einmal knapp 5 %.

Damit wäre die liberale MR in Wallonien und Brüssel die zweitstärkste Kraft mit 23,2 %. Hinter der PS kämen die Grünen von Ecolo mit 11,4 % auf den vierten Rang, gefolgt von der Zentrumspartei CDH, die von der Beendigung aller Mehrheiten mit der PS deutlich nicht profitieren kann. Die CDH bleibt knapp unter der 10 %-Klippe.

Auch in Flandern Schlappe für die Sozialisten

Offenbar werden die flämischen Sozialisten der SP.A mit den Skandalen ihrer Kameraden der PS in Verbindung gebracht, den auch sie müssten bei einem Wahlgang in diesen Tagen mit herben Verlusten rechnen. 2014 holten sie noch 14%, doch jetzt würde die SP.A auf 9,5 % zurückfallen.

Die flämischen Nationaldemokraten N-VA blieben im belgischen Bundesland weiter stärkste Partei mit 27,1 % gefolgt von den Christdemokraten CD&V mit 16,9 % und der liberalen Open VLD mit 12,7 %. Die Grünen von Groen würden 12,5 % der Stimmen erzielen und der rechtsradikale Vlaams Belang 11,7 %.

Auch in Flandern steigen die Linksextremen in der Wählergunst, doch bei weitem nicht so stark wie in der Wallonie. Die PVDA+ würde von 2,8% auf 7,3 % klettern.