Via "Car for Cash" auf Firmenwagen verzichten

Die belgische Bundesregierung hat sich im Rahmen des Mobilitätshaushalts auf eine Reform ihres Systems zur Vergütung für Firmenwagen einigen können. In Zukunft stehen Arbeitnehmer vor der Wahl, entweder einen Firmenwagen von seinem Arbeitgeber zu akzeptieren oder sich den Gegenwert eines solchen außertariflichen Vorteils auszahlen zu lassen. Die Regierung hofft auch damit, das allgemeine Verkehrsaufkommens senken zu können.

Das leidige Thema „Firmenwagen“ in Belgien wird schon lange diskutiert und betrifft gleich zwei Bereiche. Zum einen ist da die steuerliche Behandlung von Fahrzeugen, die ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern zur Verfügung steht und zum anderen steht eine Zahl im Raum, die Verkehrsexperten regelmäßig in Rage bringt. Ende 2016 waren in Belgien rekordverdächtige 450.000 Autos als Firmenfahrzeuge angemeldet…

Wer von Arbeitgeberseite her Anrecht auf einen Firmenwagen hat, der soll laut dem neuen Mobilitätsplan der belgischen Regierung ab dem kommenden Jahr entscheiden können, ob er diesen Wagen akzeptiert oder ob er den entsprechenden Gegenwert ausbezahlt haben will - „Car for Cash“ nennt die Politik dieses Vorhaben. Die steuerlichen Auflagen für die Nutznießer beider Möglichkeiten sollen aber laut Ministerrat unverändert bleiben.

Gewerkschaften und Verkehrsexperten kritisieren dieses Vorhaben und führen fast gleichlautend an, dass dieser eigentlich guten Idee aber eine entsprechende Vision fehle. Der Mobilitätsplan der Bundesregierung weise keinen Anreiz für die potentiell betroffenen Arbeitnehmer, auf einen Firmenwagen zu verzichten und auf den öffentlichen Nahverkehr oder den Zug umzusteigen. Und ob der Plan „Car for Cash“ den Haushalt entlaste, sei ebenfalls dahingestellt, so die Kritiker.