Brexit: London verlässt das Fischereiabkommen

Die britische Regierung will sich aus dem 1964 abgeschlossenen Fischereiabkommen zurückziehen, dass Fischern aus Belgien, Irland, den Niederlanden, Frankreich und Deutschland erlaubt, in einer Zone von 6 bis 12 Seemeilen vor der britischen Küste zum Fang auszufahren. Ganz nebenbei: Dieses Abkommen entstand, bevor die Briten in die Europäische Union eintraten.

Nach Ansicht des britischen Umweltministers Michael Gove müsse London wieder „die volle Kontrolle über die britischen Gewässer erhalten“ und Großbritannien müsse nach dem Brexit wieder „ein unabhängiger Küstenstaat“ werden. Zudem sei die EU-Fischereipolitik ökologisch eine Katastrophe und es komme darauf an, in Zukunft wieder nachhaltig Fischpopulationen zu züchten.

Während die britische Federation of Fishermen’s Organisations dem Beschluss zujubelt, kritisiert Greenpeace dieses Vorhaben. Für die internationale Umweltschutzorganisation ist es nicht unbedingt ausgemachte Sache, dass die Fischerei für die Briten nach dem Brexit und dem Verlassen des Abkommens ökologischer werde. Zudem müsse dieses Vorhaben in jahrelangen Verhandlungen umgesetzt werden.

Für den Dachverband des flämischen Fischereisektors kommt die Nachricht aus London nicht unbedingt überraschend. Emiel Bouckaert vom Verband sagte gegenüber der belgischen Nachrichtenagentur Belga, dass man dies seit dem Ausgang des Brexit-Referendums eigentlich schon erwartet habe.

„Es geht dabei um die Hälfte unseres Umsatzes, der davon betroffen ist. Wir begreifen, dass die Fischerei nicht das wichtigste Thema der Brexit-Verhandlungen sein wird, doch wir werden in den kommenden Tagen und Wochen von uns hören lassen.“, so der flämische Fischer unmissverständlich.

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