Nicht jedermanns Geschmack: 'Iepereat' klingt wie Yperit

Der Name der neuen Brasserie, die in Kürze in Iepern eröffnet wird, scheint nicht jedermans Geschmack zu treffen. 'Iepereat' klinge wie Yperit, das tödliche Senfgas, das im Ersten Weltkrieg im westflämischen Iepern erstmals zum Einsatz kam.

Auch das Logo der Brasserie - schwarzer Schriftzug auf Senfgelb, illustriert mit kleinen Bomben - spielt auf die kriegshistorische Vergangenheit der Küstenstadt an, die neben Verdun als eine der großen Märtyrerstädte des Ersten Weltkriegs gilt.

Stadtrat Jef Verschoore reagierte beim regionalen Radiosender der VRT leicht irritiert: "Nicht nur der Name der Brasserie klingt wie Yperit. Das Logo enthält zudem Bomben. Und zu allem Überfluss passiert uns das im vorletzten Jahr der Gedenkfeierlichkeiten ..."

"Die Restaurantinhaber haben sich bislang stets korrekt verhalten. Das wir uns jetzt damit beschäftigen müssen, ist bedauerlich."

Inhaberin Cinderella Maselis haben die vielen negativen Reaktionen nicht kalt gelassen. "Wir wollten auf keinen Fall Menschen beleidigen. Ich bin eine waschechte Ieperin und wollte den Ort im Restaurantnamen verwenden. Weil die Briten "eat" erkennen, werden sie gleich wissen, dass es bei uns zu essen gibt." Die Bomben seien Geschmacksbomben ... und also nicht zu verwechseln.

Die ganze Aufregung scheint wohl umsonst zu sein, denn "Iepereat" hat mittlerweile das gesamte Werbematerial und Anzeigen drucken lassen.

Die Briten würden bei "Iepereat' ohnehin keinen schlechten Geschmack erkennen. Sie sprechen "Ieper" wie "Wiper" aus und das Wortspiel dürfte ihnen entgehen ...

Im Juli 1917 probierten die deutschen Truppen in der Nähe von Ieper erstmals Senfgas aus. Die Soldaten nannten es "Yperit“ . In Frankreich wird Giftgas auch heute noch als “Yperit" bezeichnet.