Anerkannte Flüchtlinge auf Heimaturlaub?

Die belgische Bundesregierung hat festgestellt, dass seit 2016 über 100 in unserem Land anerkannte Flüchtlinge und Asylbewerber Urlaub in ihren Heimatländern machen oder machten. Dies sind Länder, aus der die Betroffenen eigentlich wegen Krieg, Gewalt und Lebensgefahr geflohen waren.

Damit riskieren diese Flüchtlinge, ihren hier erlangen internationalen Schutzstatus zu verlieren, sagt Theo Francken (N-VA - kl. Foto), Belgiens Staatssekretär für Asyl und Einwanderung dazu.

Wenn Flüchtlinge in jenes Land zurückkehren, das sie zuvor aufgrund der dortigen politischen Situation oder wegen Krieg und Gewalt verlassen haben - wenn auch nur für kurze Zeit - kann ihnen der Schutzstatus, den sie als anerkannter Flüchtling genießen, quasi sofort wieder aberkannt werden. Falls der Betroffene allerdings hier in Belgien Frau und Kinder hat, wäre das Entziehen des Flüchtlingsstatus allerdings schwieriger.

Das Generalkommissariat für Flüchtlinge und Staatenlose in Belgien hat in den vergangenen zwei Jahren über Fälle von Flüchtlingen erwischt, die sich zu einem Heimaturlaub in ihr altes Land begeben haben. Darunter waren in den meisten Fällen Afghanen und Iraker. Den meisten dieser „Asyl- und Urlaubsbetrügern“ wurde daraufhin der Flüchtlingsstatus sofort wieder aberkannt und es droht(e) die Abschiebung in ihr Heimatland.

Ein Abkommen, das Belgien im vergangenen Jahr mit Deutschland und den Niederlanden getroffen hatte, sorgt in diesem Zusammenhang für einen Austausch von Informationen, z.B. dann, wenn ein solcher Flüchtling über ein Nachbarland ausreist. Ein ähnliches Abkommen will Asylstaatsekretär Francken auch jetzt mit Frankreich abschließen.