Erstmalig mehr Benziner im Dieselparadies Belgien

Statistiken des belgischen Verbandes der Automobilindustrie FEBIAC ist ersichtlich, dass in unserem Land in den ersten fünf Monaten des Jahres 2017 mehr Benzinwagen verkauft wurden, als Neuwagen mit Dieselmotor. Dies ist ein auffälliger Trend, denn lange sah es so aus, als ob Belgien am Diesel festhalten würde. Doch nicht die Umweltfreundlichkeit der Belgier sorgt für diesen Umschwung, sondern eher die Tatsache, dass der Preisunterschied zwischen beiden Treibstoffarten langsam verschwindet.

Maarten Matienko vom Automobilverband VAB sagte dazu, dass der Preisunterschied an der Tankstelle derzeit bei durchschnittlich nur noch 9 Eurocent liege. Neben dieser Preisfrage lassen aber auch andere Faktoren die belgischen Autofahrer und -käufer umdenken.

So werden die Verkehrssteuern und die Zulassungsgebühren für Dieselfahrzeuge in Belgien sukzessive erhöht und überall im In- und Ausland (z.B. in den Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Niederlande) sorgen Umweltzonen in den Städten für eine eingeschränkte Freiheit für Dieselfahrzeuge.

Bis 2018 sollen die Verbrauchersteuern in Belgien, die sogenannten Akzisen, für Diesel und Benzin gleichgeschaltet werden. Ab dann, so die Automobilverbände in unserem Land, bietet nur noch der geringere Verbrauch von Dieselmotoren einen Vorteil für die Fahrer.

Dies wiederum lohnt sich nur, wenn ein mit Diesel angetriebenes Auto mehr als 30.000 km pro Jahr zurücklegt. Damit ist ein Auto mit Dieselmotor für die private Nutzung kaum noch interessant, so die Prognose. Dann lohen sich in Belgien Dieselautos wohl nur noch als Firmenwagen oder für Vielfahrer.