Nemo Link: Erst nach Kriegsmunition suchen

Bevor die Arbeiten zum Legen eines Hochspannungskabels zwischen Belgien und Großbritannien beginnen können, das sogenannte Nemo Link-Projekt, soll das entsprechende Gebiet noch nach Munition aus dem Zweiten Weltkrieg abgesucht werden. Dazu wird das norwegische Spezialschiff Olympic Intervention IV vom Hafen von Ostende aus in die Nordsee auslaufen.

Nemo Link ist ein Gemeinschaftsprojekt des belgischen Hochspannungsnetzbetreibers Elia und dem britischen Netzbetreiber National Grid. Deren erster „Interconnector“ soll Brügge, respektive den Hafen von Zeebrügge, mit dem britischen Richborough in der Grafschaft Kent und mit Offshore-Anlagen in der Nordsee verbinden.

Ab 2019 soll damit möglich werden, Elektrizität für die Versorgunhg von bis zu 500.000 Haushalten zwischen beiden Ländern auszutauschen. Das entsprechende Hochspannungskabel wird etwa 140 km lang sein, wovon 130 km am Boden der Nordsee verlegt werden.

Elia erhielt für dieses Projekt einen Kredit über 100 Mio. € von der Europäischen Investitionsbank, wie die belgischen Wirtschaftszeitungen De Tijd und L‘Echo dazu meldeten.

Doch bevor diese Arbeiten beginnen können, gilt es noch für die Sicherheit zu sorgen. Das liegt daran, dass am Ende des Zweiten Weltkriegs dort Munition in der Nordsee entsorgt worden sein kann. Auf britischer Seite wurden im Baugebiet 17 Sprengkörper entdeckt, die in Zusammenarbeit mit der belgischen, der französischen und der britischen Marine entschärft oder anderweiter unschädlich gemacht werden konnten.

Jetzt beginnen auch die Suchaktionen vor der belgischen Nordseeküste, wobei die Olympic Intervention IV, ein norwegisches Spezialschiff, vom Hafen von Ostende aus eingesetzt werden wird.