Terrorermittlung: Waffen in Anderlecht entdeckt

Bei Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit den Terrorermittlungen sind in der vergangenen Nacht Waffen entdeckt worden. Die Ermittler durchsuchten im Brüsseler Stadtteil Anderlecht vier Wohnungen und zwei Garagenboxen. In einer dieser Boxen entdeckte die Polizei mehrere Kalaschnikows.

Im Zusammenhang mit den Terrorermittlungen in Belgien ging die Polizei seit langem von einem Waffenlager der Terroristen aus. Auf diese Spur kamen die Ermittler u.a. nach Verhören von Terrorverdächtigen. Doch bisher wussten die Ermittler nicht, wo diese(s) Waffenlager sein könnte(n). Hausdurchsuchungen und Razzien brachten in diesem Zusammenhang bisher kein Ergebnis.

In der vergangenen Nacht durchsuchten Ermittler aufgrund von neuen Erkenntnissen Wohnungen und Garagenboxen in Anderlecht und im gleichen Zusammenhang gab es auch Aktionen in Nordfrankreich. In einer der durchsuchten Garagenboxen in Anderlecht fanden die Ermittler gleich mehrere Kalaschnikows und weitere Waffen. Dabei nahm die Polizei in Brüssel vier Verdächtige fest und die Kollegen in Frankreich verhafteten eine Person.

Anschlagspläne und der Polizei nicht unbekannt

Offenbar hatten die jetzt verhafteten Personen Pläne, einen Anschlag zu verüben, doch konkretes dazu liegt der Staatsanwaltschaft noch nicht vor. Auch ist nicht wirklich klar, wo die Verdächtigen zuschlagen wollten, weder in Frankreich noch in Belgien. Die insgesamt fünf Verdächtigen sind den Ermittlern durchaus bekannt. Vor allem zwei Brüder aus Brüssel sind bekanntermaßen islamistisch als radikal bekannt.

Nach Angaben der Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel stehen diese Hausdurchsuchungen nicht in Zusammenhang mit den Ermittlungen zu den Terroranaschlägen auf Paris und Brüssel (auch nicht mit dem missglückten Anschlag auf den Brüsseler Zentralbahnhof vor einigen Tagen), sondern mit den sogenannten "Kamikaze Riders", eine Motorradbande aus dem Stadteil Laken, gegen die ebenfalls in Terrordossiers ermittelt wird.

Dieser Rockerbande wird eine Nähe zu der verbotenen islamistischen Gruppierung Sharia4Belgium nachgesagt. Die "Kamikaze Riders“ wollten vor zwei Jahren am Neujahrsabend in Brüssel am Rogierplatz einen Anschlag verüben, flogen aber frühzeitig auf.