Hochprozentiges gefällig? Geh doch zum Finanzamt!

Wer auf Suche nach Whisky oder anderen gepflegten hochprozentigen Getränken ist, der kann sich in diesen Tagen an . das belgische Finanzamt wenden. Am 7. August wird dort eine öffentliche Versteigerung von beschlagnahmten alkoholischen Getränken vorgenommen. Dabei handelt es sich um tausende Flaschen…
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Das belgische Finanzministerium ist sich in seiner Werbung für diesen öffentlichen Verkauf für einen kommerziellen PR-Spruch nicht zu schade. „Wir verkaufen alkoholische Getränke zu scharfen Preisen: 100 % original. Keine Fälschung!

Im Angebot sind laut Katalog gleich mehrere Lose, in denen jeweils 1.200 Flaschen edelsten Whiskys und jeweils mehrere hundert Flaschen weitere hochprozentige Produkte enthalten. Mindestgebot für Los 1 am 7. August: 5.069,31 €. So gesehen ein Schnäppchen, doch hier wird wohl massiv geboten werden…

Das Finanzministerium in Brüssel will mit dieser Versteigerung ausstehende Akzisen, Gebühren und Steuern eintreiben, die zum Beispiel Getränkehändler oder Wirte dem Fiskus noch schuldig sind. Geboten werden kann per E-Mail, doch die Käufer müssen ihre ersteigerten selbst abholen. Der „Schnappes“ wird in einem Lager der Finanzbehörden in der Ortschaft Houdeng-Goegnies in der Provinz Hennegau in Wallonien aufbewahrt.

Michel Maus, Finanzfachmann und Professor für Steuerrecht, stellt sich inzwischen die Frage, ob sich der Fiskus hier nicht des unlauteren Wettbewerbs schuldig macht. Via Twitter bemerkt er flapsig: „Ui, das Finanzamt wird Getränkehändler. Wenn da mal keine unlautere Konkurrenz draus wird.“ Das Finanzamt selbst wirbt sogar auf Twitter: „Fin Shop - Sales on alcohol!