12 belgische Soldaten sitzen in Ost-Kongo fest

Diese Soldaten bewachen schon seit einigen Wochen in Kindu im Osten der Demokratischen Republik Kongo Material der belgischen Armee. Sie können die ehemalige belgische Kolonie derzeit nicht verlassen, weil ihnen die kongolesischen Behörden kein Ausreisevisum geben. Die 12 Soldaten sind wohl Opfer von diplomatischen Problemen zwischen den Regierungen Belgiens und des Kongos.

Die Soldaten halten sich im Militärlager ‚Camp Kasuku‘ in der Nähe der ostkongolesischen Stadt Kindu auf. Dort bewachen sie ihre Militärfahrzeuge, ihre Waffen und auch möglicherweise sensibles Kommunikationsmaterial. Vorläufig sitzen sie dort fest, weil ihnen die notwendigen Dokumente fehlen, um das zentralafrikanische Land zu verlassen.

Das Problem ist wohl auf einige Ereignisse im April dieses Jahres zurückzuführen. Belgiens Außenminister Didier Reynders (MR) hatte sich in einer Pressemitteilung kritisch zur Wahl der Ernennung des umstrittenen Politikers Bruno Tshibala zum neuen Premierminister der DR Kongo geäußert. Daraufhin beendete die kongolesische Regierung am 14. April die militärische Zusammenarbeit mit Belgien.

Bundesverteidigungsminister Steven Vandeput (N-VA) will sowohl seine Soldaten, als auch das belgische Militärmaterial so schnell wie möglich zurück in die Heimat bringen, „doch wir können das so lange nicht, wie die Kongolesen etwas dagegen haben. Wir arbeiten daran, doch die Mühlen der Verwaltung im Kongo mahlen langsam.“

Nicht nur ein diplomatisches Problem

Doch neben dem vorliegenden diplomatischen Problem hat die belgische Armee auch noch mit einem anderen Hindernis zu kämpfen, nämlich mit der Technik. Selbst wenn die belgischen Soldaten in Kindu im Laufe der Zeit ihre Ausreisepapiere von den dortigen Behörden erhalten sollten, können sie nicht direkt nach Hause zurück fliegen. Derzeit bleiben alle C-130 Transportflugzeuge wegen technischer Probleme am Boden (siehe nebenstehenden Beitrag).

Nach wiederholten technischen Problemen werden einige Bereiche der Maschinen, die ohnehin als „Pannenflieger“ bekannt sind, generalüberholt und dürfen so lange nicht starten, bis dass alle erforderlichen Arbeiten beendet werden können. Das bedeutet für die 12 Kameraden in Kindu, dass sie so lange dort bleiben müssen, bis auch dieses Problem gelöst werden kann - mit oder ohne gültige Papiere…