Amnesty protestiert vor türkischen Botschaft

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat an diesem Montag vor der türkischen Botschaft in Brüssel demonstriert.

Philippe Hensmans, der Direktor des französischsprachigen Flügels von Amnesty International Belgien und Eva Berghmans, die die politische Verantwortung des niederländischsprachigen Flügels inne hat, ließen sich an diesem Montag symbolisch in einen Käfig vor der türkischen Botschaft in Brüssel schließen.

Mit ihrer Aktion fordern sie die unmittelbare Freilassung von Idil Eser und Taner Kiliç. Anfang Juni hatte die türkische Polizei den Menschenrechtler und Vorsitzenden von Amnesty International in der Türkei, Taner Kiliç, festgenommen. Erdoğans Regierung wirft ihm vor, die Gülen-Bewegung zu unterstützen. Anfang Juni wurde auch die Direktorin Idil Eser von der Polizei mitgenommen. Laut der Türkei sollen sie Mitglied einer bewaffneten terroristischen Organisation sein.

Amnesty spricht von Machtmissbrauch. Außerdem zeige das, wie prekär die Lage für Menschenrechtsaktivisten in der Türkei sei. 

Eva Berghmans von Amnesty International betonte in der VRT: "Das ist noch nie bei Amnesty dagewesen. Seit 1961, seit Bestehen der internationalen NGO, sind noch nie sowohl ein Direktor als auch ein Vorsitzender unter falschen Beschuldigungen festgenommen worden. Die Beschuldigungen sind zudem nicht gerade leicht. Sie werden der terroristischen Mitgliedschaft in einer bewaffneten Gruppierung beschuldigt. Das ist total erfunden."